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Sanders siegt, ohne zu gewinnen

Bernie Sanders konnte sich auch in Wyoming gegen Hillary Clinton durchsetzen. Mehr Delegierte als seine Rivalin gewann er trotzdem nicht.

Witzelt über Trump: Ted Cruz an der Colorado Republican State Convention (9. April 2016)
Witzelt über Trump: Ted Cruz an der Colorado Republican State Convention (9. April 2016)
Brennan Linsley/AP, Keystone

Senator Bernie Sanders hat die Vorwahl der US-Demokraten in Wyoming für sich entschieden, aber trotzdem keinen Boden auf Rivalin Hillary Clinton gut gemacht. Bei den sogenannten Caucuses in dem Staat im Westen der USA gewann Sanders zwar mit 56 Prozent der Stimmen. Allerdings gewannen beide Bewerber jeweils sieben der 14 Delegierten für den Nominierungsparteitag der Partei im Juli.

Clinton liegt insgesamt mit 1287 zu 1037 Stimmen festgelegter Delegierter vor Sanders. Rechnet man die sogenannten Superdelegierten hinzu – also Parteifunktionäre, die frei abstimmen dürfen – ist der Vorsprung der früheren US-Aussenministerin und First Lady noch grösser.

Der Republikaner Ted Cruz konnte seinen Rückstand auf Rivale Donald Trump um 34 Delegierte verkürzen. Beim republikanischen Parteitag in Colorado Springs sicherte sich Trump am Samstag weitere 13 Delegierte, nachdem er bei Versammlungen in den sieben Bezirken des Staates in dieser Woche schon 21 Stimmen der Wahlmänner und Wahlfrauen eingeheimst hatte.

Entscheidende Vorwahl in New York

Bei den Vorwahlen geht es im Moment nur darum, wer offizieller Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird. 2383 Delegierte sind für die Nominierung notwendig. Die eigentliche Präsidentschaftswahl ist im November. Da es in Wyoming die wenigsten festgelegten Delegierten aller 50 US-Staaten zu vergeben gab, richteten die beiden Bewerber ihren Fokus vielmehr auf New York, wo am 19. April die wohl entscheidende demokratische Vorwahl stattfindet.

Passenderweise erfuhr Sanders auf einer Wahlkampfveranstaltung in New York City von seinem Wyoming-Sieg: Seine Ehefrau Jane unterbrach ihn während einer Rede in Queens, um ihm von dem Erfolg in Wyoming zu berichten. Als Sanders die Information an die Menge weitergab, jubelten die mehreren hundert Teilnehmer. Der Senator von Vermont fügte augenzwinkernd hinzu, dass vermutlich mehr Leute auf der Veranstaltung seien als in ganz Wyoming lebten.

Republikaner voraussichtlich vor Kampfabstimmung

Die Republikaner lassen am selben Tag wie die Demokraten in New York abstimmen. Die Vorwahl gilt ebenfalls als richtungsweisend. Spitzenreiter Donald Trump fokussierte sich deshalb auf Wahlkampfveranstaltungen in seinem Heimatstaat. Sein Hauptkonkurrent Ted Cruz versuchte stattdessen am Samstag, weitere Delegierte bei einer Abstimmung in Colorado auf seine Seite zu ziehen. Auf dem Parteitag der Republikaner waren 13 weitere Wahlmänner und Wahlfrauen zu vergeben, nach dem sich der Senator von Texas bereits die Unterstützung von 21 Colorado-Delegierten gesichert hatte.

Bei den Republikanern werden 1237 Delegierte für die Präsidentschaftsnominierung benötigt. Trump liegt landesweit zwar deutlich vor Cruz und dem abgeschlagenen John Kasich in Führung. Momentan sieht es allerdings danach aus, dass keiner der Bewerber vor dem Nationalkonvent eine Mehrheit hinter sich vereinen kann. Eine Kampfabstimmung – ein höchst selten stattfindendes politisches Schauspiel – wird so immer wahrscheinlicher.

Stichelei gegen Trump

Cruz hatte in Colorado wegen der Abwesenheit seines Rivalen vor mehr als 3000 Konventteilnehmern leichtes Spiel. Angesichts von Trumps Wahlwerbespruch «Make America Great Again» sagte er, es sei einfach, darüber zu sprechen, die USA wieder gross machen zu wollen. «Du kannst es sogar auf eine Baseball-Kappe schreiben», sagte er zu den roten Kappen, die der New Yorker Milliardär und seine Unterstützer häufig tragen. Die wichtigere Frage sei jedoch, welcher Bewerber «die Prinzipien und Werte, dieAmerika überhaupt gross gemacht haben», verstehe, sagte Cruz.

Trump überliess den Wahlkampf in Colorado seinem Team und verbrachte den Samstag unter anderem im Nationalmuseum zu den Terroranschlägen vom 11. September in Manhattan. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wollte er eine Rede in der Stadt Rochester halten.

SDA/chi

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