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Romney trägt das republikanische Banner

Nach dem Ausscheiden von Rick Santorum heisst der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. Nun beginnt der teuerste Wahlkampf aller Zeiten.

Noch drei Republikaner wollen Barack Obama als US-Präsidenten beerben: Mitt Romney, Newt Gingrich und Ron Paul (v. l.) vor einer Debatte in Charleston am 19. Januar 2012. Der Gewinner der Vorwahlen muss 1144 Delegierte überzeugen. Santorum hat aufgegeben (ganz links).
Noch drei Republikaner wollen Barack Obama als US-Präsidenten beerben: Mitt Romney, Newt Gingrich und Ron Paul (v. l.) vor einer Debatte in Charleston am 19. Januar 2012. Der Gewinner der Vorwahlen muss 1144 Delegierte überzeugen. Santorum hat aufgegeben (ganz links).
Matt Rourke, Keystone
Hat aufgegeben: Der gottesfürchtige Ex-Senator von Pennsylvania wettert gegen Homosexuelle und will Abtreibungen unter allen Umständen verbieten (281 Delegierte, Stand 10. April 2012).
Hat aufgegeben: Der gottesfürchtige Ex-Senator von Pennsylvania wettert gegen Homosexuelle und will Abtreibungen unter allen Umständen verbieten (281 Delegierte, Stand 10. April 2012).
Charlie Neibergall, Keystone
Der Arzt nimmt bereits zum dritten Mal Anlauf auf das Weisse Haus – und hat wohl die eifrigsten Anhänger aller Präsidentschaftskandidaten. Paul will zahlreiche Ministerien und die US-Notenbank abschaffen. Zu seinem Credo gehört zudem der totale Verzicht auf Kriege im Ausland (51 Delegierte, Stand 11. April 2012).
Der Arzt nimmt bereits zum dritten Mal Anlauf auf das Weisse Haus – und hat wohl die eifrigsten Anhänger aller Präsidentschaftskandidaten. Paul will zahlreiche Ministerien und die US-Notenbank abschaffen. Zu seinem Credo gehört zudem der totale Verzicht auf Kriege im Ausland (51 Delegierte, Stand 11. April 2012).
David Goldman, Keystone
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Der Kampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur wurde gestern effektiv beendet: Der Ausstieg des ehemaligen Senators Rick Santorum ebnet den Weg für den Spitzenreiter Mitt Romney. Santorum und sein Stab waren am Osterwochenende zum Schluss gekommen, dass die Fortsetzung des Wahkampfs aussichtslos ist – zu weit liegt Santorum bei der Delegiertenzahl zurück, auch mangelt es an Geld, um die erdrückende TV-Offensive Romneys abwehren zu können.

Dass die jüngste Tochter des Senators am Wochenende in ein Hospital eingeliefert wurde, dürfte die Entscheidung ebenso beeinflusst haben wie die Aussicht auf eine peinliche Niederlage des Senators bei der kommenden Vorwahl in seinem Heimatstaat Pennsylvania, wo letzten Umfragen zu Folge Romney in Führung liegt. Damit nicht genug wurde Santorum vom Establishment der Partei aufgefordert, seinen Wahlkampf zu beenden, um weiteren Schaden vom Kandidaten Romney abzuwenden. Eine Fortsetzung des bitteren Zwists mit Romney hätte Santorums politische Zukunft gefährdet.

Der Hauptwahlkampf beginnt

Offiziell beendete der Senator seinen Wahlkampf nicht, er setzte ihn lediglich aus – um damit weiterhin Geldspenden entgegennehmen und seine Schulden abtragen zu können. Hatte Santorum bislang noch auf eine Überraschung beim republikanischen Präsidentschaftskongress im August in Tampa in Florida gehofft – etwa die Möglichkeit, dass Romney nicht die zur Nominierung erforderlichen 1144 Delegiertenstimmen bekommen würde –, so dürfte jetzt der Weg für den ehemaligen Gouverneur aus Massachusetts frei sein.

Zwar wird der Widerstand gegen den als zu moderat und opportunistisch empfundenen Romney auf dem rechten Parteiflügel und insbesondere bei Evangelikalen, die bei den bisherigen Vorwahlen überwiegend für Santorum gestimmt hatten, weiter andauern, Romneys Nominierung aber kann kaum noch verhindert werden. Die meisten der elf von Santorum gewonnenen Bundesstaaten gelten zudem als verlässlich republikanisch, so dass sie bei der Hauptwahl im November mehrheitlich für Romney stimmen werden.

Mit der gestrigen Entscheidung Santorums beginnt nun der eigentliche Hauptwahlkampf – Mitt Romney kann seine Ressourcen ganz auf Barack Obama konzentrieren, von den im Rennen verbleibenden Konkurrenten Newt Gingrich und Ron Paul hat er nichts mehr zu befürchten. Hatte Obamas Beraterstab gehofft, der republikanische Vorwahlkampf werde sich noch länger hinziehen und zu einer weiteren Schwächung Romneys führen, so wird sich die Republikanische Partei nun hinter dem ehemaligen Gouverneur sammeln. Die Schlacht um die amerikanische Präsidentschaft, die teuerste aller Zeiten, hat damit begonnen.

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