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Romney diniert bei Obama

Wahlverlierer Mitt Romney war Gast im Weissen Haus. Unter vier Augen hat er Präsident Barack Obama zum Wahlsieg gratuliert. Im Detail bekannt wurde das Menü.

Eine Stunde und zwanzig Minuten dauerte das Treffen: Wahlverlierer Mitt Romney trifft beim Weissen Haus ein. (29. November 2012)
Eine Stunde und zwanzig Minuten dauerte das Treffen: Wahlverlierer Mitt Romney trifft beim Weissen Haus ein. (29. November 2012)

US-Präsident Barack Obama und der gescheiterte republikanische Kandidat Mitt Romney haben sich zum ersten Mal seit dem hart ausgefochtenen Wahlkampf gegenübergestanden. Obama empfing Romney am Donnerstag zu einem Mittagessen unter vier Augen im Weissen Haus. Auf dem Weg zum Präsidenten wurde der Autokorso des Republikaners von einem Mann gestört, den der Secret Service nach eigenen Angaben umgehend festnahm.

Der Mann sei zu der Fahrzeugkolonne vorgedrungen, als diese die erste Sicherheitskontrolle am Weissen Haus passiert habe, teilte der für die Sicherheit des Präsidenten zuständige Secret Service mit. Der Störer habe einen Streit mit einem Beamten angefangen und sei festgenommen worden.

Truthahn und Poulet

Romney fuhr in einem schwarzen Geländewagen am Westflügel des Weissen Hauses vor und eilte in die Residenz des Präsidenten. Der Lunch in Obamas privatem Esszimmer neben dem Oval Office fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die beiden Politiker speisten nach Angaben des Weissen Hauses Truthahn-Chili und Salat mit gegrilltem Poulet im Stil der Südweststaaten. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten brauste Romney wieder davon, ohne mit Reportern zu sprechen.

Romney habe dem Präsidenten zu seinem Sieg gratuliert und ihm alles Gute für die kommenden vier Jahre gewünscht, teilte Obamas Sprecher Jay Carney nach dem Treffen mit. Thema des Gesprächs sei die US-Führungsrolle in der Welt gewesen. Die beiden Rivalen hätten vereinbart, mit Blick auf künftige «Möglichkeiten zur Zusammenarbeit» in Kontakt zu bleiben.

Obama hatte die Präsidentschaftswahl am 6. November überraschend klar gewonnen, nachdem Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt hatten. Der Präsident sicherte sich in den Bundesstaaten 332 Wahlmännerstimmen, Romney kam nur auf 206 Wahlmänner. Auch beim landesweiten Stimmenanteil lag Obama mit 51 Prozent vorne, Romney erhielt dagegen 48 Prozent.

Verbitterte Äusserungen

Der Republikaner hatte nach seiner Niederlage mit verbitterten Äusserungen für Unverständnis auch in der eigenen Partei gesorgt. In einer Telefonkonferenz mit Spendern für seinen Wahlkampf hatte Romney US-Medien zufolge erklärt, Obama habe die Wahl nur mit «Geschenken» für Frauen, junge Leute, Afroamerikaner und Wähler lateinamerikanischer Abstammung gewonnen.

Der Präsident hatte in seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl seinem Kontrahenten eine Zusammenarbeit angeboten. «Es gibt bestimmte Aspekte in der politischen Bilanz von Gouverneur Romney, die sehr hilfreich sein könnten», sagte Obama. «Er hat einige Ideen im Wahlkampf vorgestellt, mit denen ich tatsächlich übereinstimme.» Der Präsident steht in seiner zweiten Amtszeit vor der Herausforderung, die tiefen Gräben zwischen seiner Demokratischen Partei und den Republikanern zu überwinden. Der Dauerstreit zwischen beiden Lagern lähmt die Politik in Washington.

AFP/mw

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