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Polizei findet 15 enthauptete Leichen in Acapulco

Der Drogenkrieg in Mexiko kostet weitere Menschen das Leben: In dem bekannten Touristenort Acapulco entdeckte die Polizei die Leichen junger Männer. Neben den Toten lag die Notiz eines Drogenbosses.

Schiesserei in den Strassen: Polizisten am Samstag in Acapulco.
Schiesserei in den Strassen: Polizisten am Samstag in Acapulco.

Im auch bei Ausländern beliebten Touristen-Ort Acapulco im Südwesten Mexikos sind 27 Todesopfer des Drogenkrieges entdeckt worden. So wurden in der Nähe eines Einkaufszentrums 15 enthauptete Leichen gefunden worden, wie die Polizei mitteilte.

In der Nähe des Einkaufszentrums Plaza Senderos seien die Leichen von 15 Männern im Alter zwischen 25 und 30 Jahren gefunden worden, teilte die Polizei mit. Bei einer Leiche sei der Kopf nicht vollständig abgetrennt worden und habe eine Schusswunde mit einem Projektil aufgewiesen.

Vom Chef persönlich unterschrieben

Die Köpfe der übrigen Männer seien alle zusammen an einem anderen Ort gefunden worden. An den Leichen wurden den Angaben zufolge Botschaften hinterlassen, ihr Inhalt wurde nicht mitgeteilt. Die Zeitung «Reforma» berichtete, die Nachrichten seien mit dem Namen des flüchtigen Chefs des Drogenkartells Sinaloa, Joaquín «El Chapo» Guzmán, unterschrieben worden.

Zudem fand die Polizei sechs Leichen in einem Taxi in der Nähe des Supermarktes. Die Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass auch diese Toten Opfer des Drogenkrieges wurden. In Acapulco seien ausserdem zwei weitere Männer getötet worden, teilte die Polizei mit.

Insgesamt sein bei Auseinandersetzungen von Freitag auf Samstag 27 Menschen umgekommen, sagte der Polizeichef Leyva. Darunter auch zwei Polizisten, die an einer Küstenstrasse vor den Augen von Touristen und Einheimischen getötet wurden. In Acapulco war es in den vergangenen Jahren zu immer heftigeren Revierkämpfen zwischen verfeindeten Drogenbanden gekommen.

Kampf um Vorherrschaft in Acapulco

Die private Beratungsfirma Stratford hatte kürzlich in einem Bericht erklärt, Guzmán habe mit den Mafiabanden Golf-Kartell und La Familia ein Bündnis mit dem Namen Neue Föderation geschlossen.

Der mexikanische Bundesstaat Guerrero, in dem der Badeort Acapulco liegt, ist eine Hochburg von La Familia. Das Kartell kämpft mit der Drogenbande Los Zetas und deren Verbündetem Pacifico Sur um die Vorherrschaft.

Dem Kartell Pacifico Sur wird zur Last gelegt, im September 20 mexikanische Touristen entführt zu haben, die offenbar irrtümlich für La-Familia-Mitglieder gehalten wurden. Ihre Leichen wurden später in einem Massengrab in der Nähe von Acapulco gefunden.

12'000 Tote in einem Jahr

In Mexiko tobt ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Kartellen. Seit Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden den Kampf angesagt hatte, starben bei der mit Unterstützung der Armee geführten Offensive sowie Auseinandersetzungen zwischen den Banden landesweit mehr als 30'000 Menschen.

Allein im vergangenen Jahr kamen 12'000 Menschen in dem Drogenkrieg ums Leben. In jüngster Zeit dehnte sich der Drogenkrieg vom Norden Mexikos zunehmend auf Touristenorte wie Acapulco aus.

SDA/oku

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