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Polizei beendet Sozialproteste in Rio gewaltsam

3000 Menschen wollten vor dem künftigen WM-Fussballstadion gegen die hohen Kosten von Grossereignissen in Brasilien demonstrieren. Sicherheitskräfte vertrieben sie mit Tränengas und Gummigeschossen.

Gingen mit Gewalt gegen die Demonstranten vor: Polizisten schiessen in Rio de Janeiro Gummigeschosse ab. (15. Juni 2013)
Gingen mit Gewalt gegen die Demonstranten vor: Polizisten schiessen in Rio de Janeiro Gummigeschosse ab. (15. Juni 2013)
Keystone

Die brasilianische Polizei hat auch am Sonntag wieder Proteste gegen soziale Missstände gewaltsam aufgelöst. Mit Tränengas und Gummigeschossen vertrieb die Polizei rund 3000 Menschen, die vor dem Maracana-Stadion in Rio de Janeiro gegen die enormen Kosten der Weltmeisterschaft demonstrieren wollten, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Nach Angaben der Militärpolizei in Rio de Janeiro wurden mindestens acht Menschen festgenommen; verletzt worden sei niemand.

Bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei in der Hauptstadt Brasília waren am Samstag mindestens 33 Menschen verletzt worden. Die Polizei ging gewaltsam gegen eine Kundgebung von etwa tausend Menschen vor, die aus Protest gegen die Ausrichtung internationaler Grossereignisse trotz sozialer Probleme in Richtung des Stadions zogen, wo später das Eröffnungsspiel des Confederations Cup stattfand. 20 Menschen wurden festgenommen.

Nach dem Confederations Cup soll in Brasilien Ende Juli der sogenannte Weltjugendtag der katholischen Kirche stattfinden. Zu dem Grossereignis in der Metropole Rio de Janeiro werden etwa zwei Millionen Menschen erwartet. Im kommenden Jahr ist das Land Gastgeber der Fussballweltmeisterschaft, zwei Jahre später sollen die Olympischen Spiele ausgetragen werden.

Allein für die Fussballweltmeisterschaft rechnet Brasilien mit Kosten von umgerechnet rund elf Milliarden Euro. Unmut über die mit den Grossereignissen verbundenen Ausgaben waren in den vergangenen Tagen immer wieder Anlass für Sozialproteste. Sowohl in Rio de Janeiro als auch in São Paulo, Belo Horizonte und Porto Alegre gingen zahlreiche Menschen auf die Strassen. Zudem sorgte die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr für teils gewaltsame Proteste im ganzen Land.

AFP/chk

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