Ölteppich ist 10'000 Quadratkilometer gross

Die Ausdehnung der Ölschlacke im Golf von Mexiko hat sich innert weniger Tage verdreifacht. Heute reist der amerikanische Präsident Barack Obama ins Katastrophengebiet.

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US-Präsident Barack Obama macht den Kampf gegen die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zur Chefsache. Er reist heute Sonntag in die Krisenregion. Nach Erkenntnissen von Experten verdreifachte sich die Ausdehnung des Ölteppichs binnen weniger Tage.

Satellitenbilder zeigten, dass sich die Fläche von rund 3000 Quadratkilometer auf zwischen fast 10'000 Quadratkilomter vergrössert habe, sagte der deutsche Professor für Meeresphysik an der Universität von Miami, Hans Gräber, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Dies entspricht einem Viertel der Fläche der Schweiz

Gefährlicher Wind

Der Chef der US-Küstenwache, Admiral Thad Allen, sagte, dass in den nächsten 72 bis 96 Stunden voraussichtlich mit dem Eintreffen des Öls an den Küsten der Bundesstaaten Mississippi und Alabama zu rechnen sei. Alles hänge jedoch von der Wetterlage und den Windrichtungen ab. Aus Louisiana habe zunächst keine Berichte gegeben, dass an der dortigen Küste schwereres Öl angelandet sei, sagte Allan, der am Samstag zum Einsatzchef im Kampf gegen die Ölpest ernannt worden war.

Grund für die massive Vergrösserung der Fläche könne laut Gräber sein, dass mehr Öl austrete als angenommen. Denkbare Ursache sei aber auch der inzwischen stärkere und drehende Wind. «Wenn der Wind wechselt, breitet sich der Ölteppich aus», sagte der Direktor des Satellitenzentrums am Rosenstiel-Institut für Meeres- und Atmosphärenforschung der Uni in Miami (Florida).

Öl mit Chemikalie binden

Unterdessen wurden erste Tests unternommen, das aus dem Meeresboden sprudelnde Öl bereits an der Quelle mit Chemikalien zu binden. Allan nannte die Ergebnisse «vielversprechend». Zwar werde der Ausstoss dadurch nicht weniger, allerdings könnte durch das Verfahren weniger Rohöl an die Meeresoberfläche gelangen.

Das Weisse Haus hatte die Reise Obamas an die Golfküste angekündigt, nachdem die öffentliche Kritik am Vorgehen der Regierung im Kampf gegen das Öl immer lauter geworden war. Am Samstag hatten nach den US-Staaten Louisiana und Florida auch die Bundesstaaten Alabama und Mississippi den Notstand ausgerufen.

vin/sda/afp

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