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Nach New York nun auch Washington und L.A.

Die Wallstreet-Proteste haben sich auf mehrere Städte in den USA ausgedehnt. Die Polizei nahm 28 Demonstranten fest, Obama zeigte Verständnis für die Frustration der Bevölkerung.

Prominente Unterstützung der Wallstreet-Kritiker: Wirtschaftsprofessor Kevin Gallagher hält vor den Anhängern der Occupy-Bewegung eine Vorlesung in Boston. (7. Oktober 2011)
Prominente Unterstützung der Wallstreet-Kritiker: Wirtschaftsprofessor Kevin Gallagher hält vor den Anhängern der Occupy-Bewegung eine Vorlesung in Boston. (7. Oktober 2011)
Keystone
Protest gegen ungleiche Verteilung: Fred Doores nimmt in Texas an «Occupy Austin» teil. (6. Oktober 2011)
Protest gegen ungleiche Verteilung: Fred Doores nimmt in Texas an «Occupy Austin» teil. (6. Oktober 2011)
Keystone
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
Reuters
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Ähnlich wie in New York haben gestern auch in Washington Demonstranten friedlich gegen Krieg und die Macht der Banken protestiert. Die Menschen versammelten sich auf der Freedom Plaza, nur zwei Strassen vom Weissen Haus entfernt. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift «Beendet die Kriege zu Hause und im Ausland», «Besteuert die Reichen» und «Kein Krieg = Kein Defizit». Die Demonstration wurde organisiert von einer Gruppe, die sich Oktober 2011 nennt.

Mehrere Hundert Menschen haben zudem in Los Angeles ihre Sympathie für die Wallstreet-Proteste in New York bekundet und sind lautstark durch das Bankenviertel der kalifornischen Metropole gezogen. Etwa 500 Gewerkschafter, Aktivisten und Mitglieder von Graswurzel-Organisationen skandierten Parolen und zeigten Transparente gegen die mutmassliche Gier der Finanzbranche. Auch in Boston und Chicago und anderen Städten haben sich kleine Ableger der Wallstreet-Kritiker formiert.

Obama zeigt Verständnis

US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Proteste als Zeichen für die «Frustration» der Bevölkerung. Die zumeist jungen Protestteilnehmer in New York skandierten «Wir sind 99 Prozent» und spielten damit auf das reichste Prozent der US-Bevölkerung an, von dem sie sich hintergangen fühlen.

Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen beteiligten sich bis zu 12'000 Menschen an der Demonstration in New York, die Polizei sprach von 5000 Teilnehmern. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie «Rettet unsere Republik» und «Gleichheit, Demokratie, Revolution».

US-Medienberichten zufolge nahm die Polizei 28 Demonstranten wegen einer Reihe von Verstössen fest. Am vergangenen Wochenende waren bei einem ähnlichen Protestmarsch auf der New Yorker Brooklyn Bridge mehr als 700 Menschen vorübergehend festgenommen worden.

Demonstranten erhalten Zulauf

Die Protestbewegung hatte in den vergangenen Tagen immer mehr Zulauf erhalten, nachdem Mitte September erste Aktivisten im Zuccotti-Park unweit der Wallstreet ein Protestcamp aufgeschlagen hatten. Mittlerweile hat die Bewegung die Rückendeckung von führenden Gewerkschaften.

US-Präsident Barack Obama äusserte Verständnis für die Proteste gegen die Finanzindustrie. An einer Medienkonferenz im Weissen Haus sagte Obama am Donnerstag, er verstehe die Bedenken der Öffentlichkeit über die Arbeitsweise der Finanzindustrie.

Noch immer würden einige der Leute, die mit ihrem unverantwortlichen Verhalten die Finanzkrise ausgelöst hätten, sich gegen eine stärkere Regulierung stemmen. Ein von ihm angestrebtes Gesetzesvorhaben werde für eine straffere Aufsicht über den Finanzsektor sorgen. Zugleich betonte er, ein starker Finanzsektor sei für das Funktionieren der Wirtschaft unerlässlich.

Genaue Ziele bleiben unklar

Die genauen Ziele der heterogenen Gruppe mit dem Motto «Occupy Wall Street» («Besetzt die Wallstreet») sind unklar. Die Liste der Beschwerden reicht von teuren Studiengebühren über die hohe Arbeitslosigkeit bis zu sinkenden Renten. Zusammengehalten wird die Bewegung von der Wut darüber, dass vor allem die Mittelschicht und die ärmere Bevölkerung unter den Folgen der Finanzkrise zu leiden hätten.

dapd/sda/miw

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