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Mit der Totenkopf-Maske zur Volksbefreiung

Venezolanische Militärs traten in Caracas in furchteinflössender Verkleidung auf. Die Opposition ist erschüttert, Twitter-User frotzeln, ein Regierungvertreter sagt: «Alles normal.»

Die Polizei- und Militäreinsätze heissen offiziell «Operation zur Volksbefreiung». Durchgeführt werden sie von Mitgliedern der Einheit DGCIM (Dirección General de Contrainteligencia Militar, etwa: Generaldirektion für militärische Gegenaufklärung). Sie besetzen in Venezuela, einem der gewalttätigsten Länder der Welt, kurzfristig Quartiere und Gebiete, die von Drogenkriminellen und Entführerbanden drangsaliert werden. Laut Behörden besteht ihre Aufgabe darin, Verdächtige festzunehmen und deren Identität zu kontrollieren. Zu Jahresbeginn hatte Staatspräsident Nicolás Maduro angekündigt, die Einsätze zu intensivieren. «Es handelt sich um humanistische Operationen, um das Volk zu befreien, und nicht, um es zu unterdrücken», beteuerte er.

Vergangene Woche fand in Los Jardines de El Valle, einem Stadtteil von Caracas, eine Operation zur Volksbefreiung statt. Dabei trugen die Einsatzkräfte erstmals Totenkopfmasken. «Die furchteinflössende neue Maske der Volksbefreiung», titelte die oppositionelle Zeitung «El Nacional». «Wie ist das zu erklären? Sieht so der neue Humanismus der Polizei aus?», fragte der Journalist Victor Amaya.

«Beim nächsten Einsatz mit Teddybär-Maske»

Die Maskerade der venezolanischen Spezialeinheit mag an ein Halloween-Kostümfest erinnern, doch zum Feiern rücken die Militärs offensichtlich nicht aus: Bei der Operation in Caracas gab es 9 Tote, während laut offiziellen Angaben mehr als 50 Verbrecher in flagranti verhaftet wurden. Twitter-Userin Rocío San Miguel kommentierte den furchteinflössenden Auftritt der Einheit ironisch: «Viel Maskerade, aber wie viele Militärs tragen sie kaputte Hosen.»

Die venezolanische Menschenrechtsorganisation Provea befürchtet, die Verkleidung werde es den Militärs erlauben, mehr Übergriffe auf die Bewohner von Elendsvierteln zu begehen.

Ricardo Sánchez, ein Abgeordneter der regierenden Sozialistischen Partei, entgegnete auf Twitter, die Totenkopfmaskerade entspreche internationalen Standards, um die Identität von Funktionären zu schützen. «Aber wir werden darum bitten, dass die Militärs bei ihrem nächsten Einsatz Teddybärmasken tragen» schrieb Sánchez.

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