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Militär rückt in grösste Favela von Rio de Janeiro ein

Im grössten Armenviertel von Rio de Janeiro herrscht Kriegszustand: von Januar bis Juni wurden in dem Bundesstaat fast 3000 Menschen getötet – darunter mehr als 100 Polizisten.

Die Sicherheitslage im grössten Favela Rios hat sich dramatisch verschlechtert: Ein Polizist bringt sich beim Armenviertel Rocinha in Position. (22. September 2017)
Die Sicherheitslage im grössten Favela Rios hat sich dramatisch verschlechtert: Ein Polizist bringt sich beim Armenviertel Rocinha in Position. (22. September 2017)
Leo Correa, Keystone
Die Behörden ordneten an, dass 950 Soldaten in das Armenviertel Rocinha einrücken sollen.
Die Behörden ordneten an, dass 950 Soldaten in das Armenviertel Rocinha einrücken sollen.
Mauro PIMENTEL, AFP
Viele der Favelas sind rechtsfreie Räume – kriminelle Banden haben die Macht übernommen, der Drogenhandel blüht, es gibt viele Schiessereien: Ein Polizist und ein Journalist suchen Deckung.
Viele der Favelas sind rechtsfreie Räume – kriminelle Banden haben die Macht übernommen, der Drogenhandel blüht, es gibt viele Schiessereien: Ein Polizist und ein Journalist suchen Deckung.
Mauro PIMENTEL, AFP
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In der grössten Favela von Rio de Janeiro ist ein Krieg zwischen Drogenbanden und Sicherheitskräften ausgebrochen. Seit den Olympischen Spielen vor rund einem Jahr hat sich die Lage dramatisch verschlechtert.

Die Behörden ordneten heute an, dass 950 Soldaten in das Armenviertel Rocinha mit geschätzt über 70'000 Einwohnern einrücken sollen. Zuvor hatte der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pezao, rasche Unterstützung angefordert. Helikopter kreisten über der Favela. In den Schulen der Umgebung wurde der Unterricht vorzeitig beendet.

Innert sechs Monaten über 2700 Tote

Bereits Ende Juli waren 8500 Soldaten entsandt worden, um in der 6,5-Millionen-Metropole die Machtzunahme von Drogenbanden zu bekämpfen. Von Januar bis Juni wurden im Bundesstaat Rio de Janeiro bereits 2723 Menschen getötet – 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitrum.

Die Polizei wird der Lage kaum noch Herr. Es wurden 2017 schon über 100 Polizisten getötet. Wegen der Lage sind auch die Tourismuszahlen eingebrochen, die Auslastung der Hotels in Rio lag laut der Tourismusbehörde zuletzt bei unter 50 Prozent. Der Bundesstaat kämpft mit enormen Finanzproblemen, was zu Sparmassnahmen auch bei der Polizei und zur Reduzierung von Unterstützungsmassnahmen in den Armenvierteln (Favelas) führte.

Viele der Favelas sind rechtsfreie Räume - kriminelle Banden haben die Macht übernommen, der Drogenhandel blüht, es gibt viele Schiessereien. Den grössten Einfluss hat das «Comando Vermelho», das «Rote Kommando».

SDA/nag

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