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Mehrere Tote bei Wahlen in Kolumbien

Der politische Ziehsohn des bisherigen Präsidenten hat nach ersten Hochrechnungen die Wahlen gewonnen. Doch bei Kämpfen zwischen linken Rebellen und Sicherheitskräften sind bis zu 16 Menschen gestorben.

Anschläge von linken Rebellen gefürchtet: Ein Sicherheitsmann vor einem Wahllokal in Miranda im Südwesten Kolumbiens.
Anschläge von linken Rebellen gefürchtet: Ein Sicherheitsmann vor einem Wahllokal in Miranda im Südwesten Kolumbiens.

Der konservative Regierungskandidat Juan Manuel Santos hat die Stichwahl um das kolumbianische Präsidentenamt gewonnen. Gemäss der Wahlkommission kam der Ex- Verteidigungsminister nach Auszählung von 60 Prozent der abgegebenen Wahlzettel auf 69,2 Prozent der Stimmen. Sein Gegenkandidat, der Grüne Antanas Mockus, erreichte demnach 27,4 Prozent.

Am Wahlwochenende starben mehrere Menschen - Sicherheitskräfte und linke Rebellen - bei Gefechten und Anschlägen. Die Agenturen meldeten zwischen elf und 16 Tote. Angesichts einer seit Wochen laufenden Offensive der FARC- Rebellen fanden die Wahlen unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Landesweit waren mehr als 300'000 Uniformierte für die Sicherheit der Wahllokale und der Kandidaten im Einsatz.

Die marxistische Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) hatten zu einem Wahlboykott aufgerufen und zahlreiche Kandidaten und Wahlhelfer bedroht. Nur einen Tag vor der Wahl starben drei Marinesoldaten bei einem FARC-Angriff in der Nähe der am Pazifik gelegenen Hafenstadt Tumaco im Südwesten des Landes.

Favorit sagt FARC den Kampf an

Santos will die Politik Uribes fortsetzen, insbesondere die entschiedene Bekämpfung der FARC-Rebellen. Der 58-jährige Philosoph und Mathematiker Mockus war zeitweise die grosse Überraschung und später für viele seiner Anhänger die grosse Enttäuschung des Wahlkampfes. Von ganz niedrigen Umfragewerten noch im März konnte er binnen weniger Wochen zu Santos aufschliessen und ihn sogar überflügeln.

Der jähe Absturz kam dann jedoch mit dem Tag der ersten Wahlrunde: Santos erhielt mehr als doppelt so viele Stimmen wie Mockus und hätte die Wahl fast im ersten Anlauf gewonnen. Da jedoch vor drei Wochen keiner der neun Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielte, wurde die Stichwahl zwischen Santos und Mockus notwendig.

Politik statt Fussball

Mockus rief die Menschen auf, ihre Stimme abzugeben. Dies sei ein Recht, das der Personalausweis verleihe, sagte der 58-Jährige und küsste bei der Stimmabgabe seinen Ausweis.

Auch Uribe, der wegen der Verfassung kein drittes Mal in Folge kandidieren durfte, rief seine Landsleute zur Beteiligung an der Wahl auf. Angesichts einer ohnehin traditionell niedrigen Wahlbeteiligung von wenig mehr als 50 Prozent mahnte Uribe, trotz der Fussballweltmeisterschaft zur Wahl zu gehen. «Es bringt viel Spass, die Spiele zu sehen, aber es bringt noch viel mehr Spass, wenn man vorher gewählt hat», sagte Uribe in Bogotá. Der Staatschef, der sich nach acht Jahren an der Regierung einer Popularität von mehr als 80 Prozent erfreut, hatte im Wahlkampf wiederholt Santos unterstützt.

SDA/oku

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