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Macht ein zweiter Snowden den US-Geheimdienst unsicher?

Die USA ermitteln wegen einer neuen undichten Stelle im Sicherheitsapparat. Es besteht der Verdacht, dass ein geheimes Dokument mit rund 680'000 Namen weitergeleitet wurde.

US-Behörden suchen nach einem Leck: Ein Demonstrant in Brasilien trägt eine Snowden-Maske. (Archivbild)
US-Behörden suchen nach einem Leck: Ein Demonstrant in Brasilien trägt eine Snowden-Maske. (Archivbild)
Keystone

Neben dem Whistleblower Edward Snowden könnte es einen weiteren Enthüller von Geheimdienstinformationen geben. Er hat die Existenz einer US-Datenbank mit Informationen über eine Million Terrorverdächtigen enthüllt.

Das berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Der Sender verweist dabei auf die Webseite «The Intercept» des US-Journalisten und Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald.

Unklar sei, über wie viele Daten der «neue Enthüller» verfüge. Unklar sei auch, «wie viel Schaden das anrichten könnte», berichtete der Sender.

Eine Million Namen

Ersten Einschätzungen der Regierungsbeamten zufolge geht es um Material einer geringeren Geheimnisstufe als die Veröffentlichungen Snowdens. Da die Daten auf Ereignisse nach Snowdens Flucht ins Ausland im Frühjahr 2013 Bezug nähmen, könnten sie nicht von ihm stammen, berichtete die Zeitung «New York Times».

Die grösste von «The Intercept» veröffentlichte Datenbank heisse «Terrorist Identities Datamart Environment» und solle etwa eine Million Namen enthalten, schreibt die «New York Times» unter Berufung auf eine ebenfalls anonyme Quelle. Diese Menschen würden verdächtigt, Verbindungen zum internationalen Terrorismus zu haben.

47'000 Menschen auf «No-Fly«-Listen

Unter anderem wurden das Terrornetz al-Qaida, al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), die Taliban, die Hizbollah im Libanon sowie die Hamas im Gazastreifen genannt. Dem Bericht zufolge sind etwa 20'800 US-Bürger sowie dort wohnhafte Ausländer auf der Liste; auf 5000 von ihnen werde genauer geachtet. Insgesamt 47'000 Menschen stünden auf «No-Fly«-Listen, dürften also in den USA nicht fliegen.

Die gesammelte Datenmengen seien nach dem vereitelten Sprengstoffattentat des «Unterhosen-Bombers» auf ein US-Flugzeug beim Landeanflug auf Detroit Weihnachten 2009 sprunghaft gestiegen, meldet CNN. Greenwald hatte bereits in der Vergangenheit angedeutet, dass es weitere Whistleblower geben könnte.

Snowden hatte vor einem Jahr mit Enthüllungen über das weltweite und millionenfache Sammeln von Telefon- und Internetdaten durch den US-Geheimdienst NSA Empörung ausgelöst. Dank seiner Daten kam heraus, dass auch das Handy der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel von den USA überwacht worden war. Der Ex-NSA-Mitarbeiter Snowden lebt derzeit in Russland im befristeten Asyl.

SDA/chk/bru

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