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Knapper Sieg für Chávez-Ziehsohn Maduro – Oppositionsführer zweifelt

Sieg für Hugo Chávez' Wunschkandidat: Der Sozialist Nicolás Maduro hat die Präsidentschaftswahlen in Venezuela gewonnen. Wenn auch denkbar knapp. Die Opposition anerkennt die Wahl nicht.

Legt offiziell Beschwerde ein: Oppositionschef Henrique Capriles. (17. April 2013)
Legt offiziell Beschwerde ein: Oppositionschef Henrique Capriles. (17. April 2013)
Keystone
Aufgebrachte Stimmung: Ein Oppositioneller vollführt ein Wheelie mit seinem Motorrad. (15. April 2013)
Aufgebrachte Stimmung: Ein Oppositioneller vollführt ein Wheelie mit seinem Motorrad. (15. April 2013)
AP
Fordert den Sozialisten heraus: Der oppositionelle Präsidentschaftskandidat Henrique Capriles. (13. April 2013)
Fordert den Sozialisten heraus: Der oppositionelle Präsidentschaftskandidat Henrique Capriles. (13. April 2013)
Keystone
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Am Ende lag der Wunschkandidat des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez laut Wahlkommission mit 300'000 Stimmen vorn. Aber Gegenkandidat Capriles zweifelt das Ergebnis an.

Mit einem hauchdünnen Vorsprung hat Nicolas Maduro die Präsidentenwahl in Venezuela offenbar für sich entschieden. Der Wunschkandidat des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez holte am Sonntag 50,8 Prozent oder 300'000 Stimmen mehr als Oppositionsführer Henrique Capriles, wie die Wahlkommission mitteilte. Doch Capriles verlangte eine Nachzählung der Stimmen. Ansonsten werde er die Wahl nicht anerkennen. Die Zählung durch seine Wahlhelfer sei zu einem anderen Ergebnis gekommen als dem, das öffentlich verkündet worden sei.

Gegenseitiger Vorwurf der Wahlfälschung

Etwa drei Stunden nach Schliessung der Wahllokale waren die Auszählungsergebnisse erwartet worden. Doch es dauert schliesslich rund fünf Stunden, bis die Wahlkommission Maduro zum Sieger erklärte. In der Zwischenzeit hatten beide Lager angedeutet, dass ihr Spitzenkandidat die Wahl gewonnen habe. Zugleich warfen sie der jeweils anderen Seite vor, die Ergebnisse zu fälschen.

Capriles soll sich nach Aussage eines ranghohen Wahlkampfhelfers sogar mit Vertretern des Militärs getroffen haben, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Auch Innenminister Nestor Reverol hatte sich laut der Twitter-Mitteilung eines unabhängigen Sicherheitsberaters mit Befehlshabern der Streitkräfte getroffen.

«Sie führen ihre Leute in die Irre»

Jorge Rodriguez, der Wahlkampfleiter des Interimspräsidenten Nicolas Maduro, erklärte, er dürfe die Ergebnisse nicht bekanntgeben, bevor die Wahlkommission dies getan habe. Auf die Frage, ob Maduro die Wahl gewonnen habe, lächelte er. Zudem rief der die Anhänger Maduros dazu auf, sich am Präsidenten-Palast zu versammeln. Man werde nicht zulassen, dass der Wille des Volkes unterwandert werde, warnte er.

Auch Oppositionsführer Capriles und sein Lager legten mögliche Manipulationen der Gegenseite nahe. «Sie wissen genau, was passiert ist – und wir wissen es auch», sagte Capriles-Wahlkampfmanager Ramon Guillermo Aveledo auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz und fügte hinzu: «Sie führen ihre Leute in die Irre, und sie versuchen, das Volk dieses Landes in die Irre zu führen.»

Sechs Wochen nach dem Tod des Präsidenten Chávez waren die Bürger in Venezuela am Sonntag dazu aufgerufen, einen Nachfolger für ihren langjährigen Staatschef zu wählen. Als Favorit galt der von Chávez zum Wunschkandidaten ernannte Maduro. Der 50-jährige frühere Aussenminister übernahm nach Chávez' Tod am 5. März übergangsweise die Regierungsgeschäfte. Sein Herausforderer war der 40-jährige Oppositionsführer und Gouverneur Capriles, der Chávez bei der Präsidentschaftswahl im Oktober unterlegen war.

Grosser Andrang in den Wahllokalen

Die Wahllokale sollten um 00.30 Uhr MESZ am Montag schliessen, allerdings blieben einige wegen des grossen Andrangs noch etwas länger geöffnet. Die Wahlbeteiligung lag mit 78 Prozent etwas niedriger als im Oktober. Damals waren 80 Prozent der Venezolaner zur Urne gegangen. Chavez gewann mit fast elf Prozentpunkten Vorsprung vor Capriles.

Nach Bekanntgabe des Ergebnisses nannte Maduro den Sieg einen weiteren Beleg dafür, dass Chávez unsterblich sei und weiter Schlachten gewinne. Chavez-Anhänger zündeten Feuerwerk und fuhren hupend durch die Strassen der Hauptstadt Caracas. Doch dann meldete Capriles seine Zweifel an.

AP/sda/AFP/fko/chk

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