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Jesus siegt in Alabama

Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten gelobten Konservatismus pur im US-Süden. Rick Santorum bot am meisten Jesus – und gewann in Alabama und Mississippi.

Zeigt sich selbstbewusst: Sieger Rick Santorum. (13. März 2012)
Zeigt sich selbstbewusst: Sieger Rick Santorum. (13. März 2012)
Reuters
Zelebriert sein Familienleben auch in der Öffentlichkeit: Kandidat Rick Santorum mit seiner Frau Karen und seinem Sohn John. (13. März 2012)
Zelebriert sein Familienleben auch in der Öffentlichkeit: Kandidat Rick Santorum mit seiner Frau Karen und seinem Sohn John. (13. März 2012)
Reuters
Primaries im Süden: Wählerin in Alabama bei der Stimmabgabe. (13. März 2012)
Primaries im Süden: Wählerin in Alabama bei der Stimmabgabe. (13. März 2012)
Reuters
Sein Lager ist im Aufwind: Ein Unterstützer von Rick Santorum freut sich über dessen Sieg. (13. März 2012)
Sein Lager ist im Aufwind: Ein Unterstützer von Rick Santorum freut sich über dessen Sieg. (13. März 2012)
Reuters
Sie geben nicht auf: Anhänger von Newt Gingrich. (13. März 2012)
Sie geben nicht auf: Anhänger von Newt Gingrich. (13. März 2012)
Reuters
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Ein bisschen hatte Mitt Romney sicherlich gehofft, die republikanischen Vorwahlen in einem der beiden Südstaaten Alabama und Mississippi zu gewinnen. Ein Zeichen wollte er setzen, «seht her», wollte er sagen, «ich kann auch in einem ultrakonservativen Südstaat gewinnen».

Es sollte nicht sein, denn der Spitzenreiter des republikanischen Bewerberfelds, ein Mann, der sich zuweilen bereits im Weissen Haus wähnt, verlor gestern Abend beide Staaten an seinen Erzrivalen Rick Santorum – was nicht weiter überraschend ist.

Schwarz wählt demokratisch, weiss republikanisch

Stockkonservativ sind die weissen republikanischen Wähler im tiefen amerikanischen Süden, Repräsentanten eines nach Hautfarben sortierten Wählerverhaltens zumal, das den einstmals konföderierten Süden seit Richard Nixons infamer «Southern Strategy» ins republikanische Lager befördert hat. Schwarz wählt demokratisch im Süden, weiss überwiegend republikanisch.

Und da weiss zudem evangelikal und gesellschaftspolitisch extrem konservativ ist, schlug gestern Abend einmal mehr die Stunde des reaktionären Rick Santorum, einstmals Senator aus Pennsylvania. Weil er beide Staaten gewann und Mitt – gewiss verlor er auch seines mormonischen Glaubens wegen, den viele christliche Südstaatler als Sekte empfinden – leer ausging, wird sich das republikanische Establishment neuerlich die Haare raufen: Endlos zieht sich der Vorwahlprozess hin, unweigerlich wird Romney dabei demontiert.

Nicht einmal in seiner Nachbarschaft erfolgreich

Dass Newt Gingrich, der Dritte im Bunde der vier Kandidaten, weder Mississippi noch Alabama für sich entscheiden konnte, spricht Bände: Wenn der pompöse Demagoge und selbsternannte Südstaatler aus dem benachbarten Staat Georgia nicht einmal die konservativsten Staaten in seiner Nachbarschaft für sich entscheiden kann, sollte er eigentlich ausscheiden – und damit Rick Santorums Herzenswunsch erfüllen, allein gegen Romney anzutreten und allein gegen Mitt den konservativen Flügel der republikanischen Partei repräsentieren zu dürfen.

Gingrich wird ihm diesen Wunsch gleichwohl nicht erfüllen. Eitel und bombastisch wird er bis zum bitteren Ende im republikanischen Rennen verbleiben – und damit die Krönung Mitt Romneys auf dem Parteitag im August in Tampa vielleicht erst ermöglichen.

Wer übrigens genau hinhörte, was die Kandidaten vor dem Urnengang in Alabama und Mississippi von sich gaben, musste erschrecken: Hier biederten sich gestandene Politiker bei einer Region an, die dem amerikanischen Gemeinwesen wie ein Mühlstein um den Hals hängt.

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