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In aller Bescheidenheit – Ban Ki Moon darf UNO bis ins Jahr 2016 leiten

Ban Ki-Moon wurde als UN-Generalsekretär wiedergewählt. Ohne Gegenstimme. Dabei hat der Südkoreaner auch einige Kritiker.

Für fünf weitere Jahre im Amt: Ban Ki-Moon.
Für fünf weitere Jahre im Amt: Ban Ki-Moon.
Keystone

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, ist für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Vereinten Nationen gewählt und vereidigt worden.

Die UNO-Generalversammlung stimmte am Dienstagabend in New York per Akklamation für eine weitere fünfjährige Amtsperiode des südkoreanischen Spitzendiplomaten. Ban steht damit bis Ende 2016 der Weltorganisation vor.

Als Ban Ki Moon Anfang des Monats offiziell seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Vereinten Nationen bekannt gab, fand er ein sehr eingängiges Bild seiner Tätigkeit als UNO-Generalsekretär.

Er habe sich stets als «Brückenbauer» in einer Zeit des globalen Wandels verstanden und dies sei auch für die nahe Zukunft die grosse Herausforderung, sagte der frühere südkoreanische Aussenminister in New York.

Studium in Internationalen Beziehungen

Wie man solche Brücken baut, hat der 1944 geborene Ban früh gelernt. In Seoul absolvierte er ein Studium der Internationalen Beziehungen, bevor er 1985 den Master-Abschluss in öffentlicher Verwaltung an der renommierten Harvard University machte.

Als Diplomat war er zunächst in Indien, später in Österreich, den USA und bei den Vereinten Nationen tätig. Zwei südkoreanischen Präsidenten diente er als Berater in Fragen der nationalen Sicherheit.

Im Januar 2004 wurde er Aussenminister. Als er am 1. Januar 2007 die Führung der Vereinten Nationen von seinem Vorgänger Kofi Annan übernahm, war er der erste Asiate seit 35 Jahren in diesem Amt.

Kritiker bemängeln seine zurückhaltende Art

Nach mehr als vier Jahren auf dem höchsten Posten der UNO würdigen Fürsprecher sein ruhiges, beharrliches Wirken und rechnen ihm seinen Einsatz für die Themen Klimawandel, Frauenrechte und atomare Abrüstung wie auch seine Unterstützung der Demokratiebewegungen in Nordafrika an.

Kritiker bemängeln allerdings seine zurückhaltende Art und halten ihm vor, dass er Menschenrechtsverletzungen in wichtigen Ländern wie China und Russland nicht offen genug anspreche.

Schon seit längerem hatte Ban bei seinen Auslandsreisen in aller Stille um Unterstützung geworben, bevor er sich kürzlich in einem Schreiben an den UNO-Sicherheitsrat und die UNo-generalversammlung «in aller Bescheidenheit» für weitere fünf Jahre bewarb.

Als Ban vor viereinhalb Jahren die Nachfolge Kofi Annans an der Spitze der Weltorganisation antrat, hatte er sich für Frieden im Nahen Osten und in der sudanesischen Unruheregion Darfur einzusetzen versprochen. Zudem kündigte er an, den Ruf der UNO nach einigen Skandalen wieder aufpolieren zu wollen.

Ruhig und fleissig

Keinen Zweifel an seiner Wiederwahl hatte der Präsident der zur Unterstützung der UNO gegründeten United Nations Foundation, Tim Wirth. «Die Frage ist jetzt, was sind seine Themen der zweiten Amtszeit, und wie können sie energisch vorangebracht werden?» Eine Reform der UNO-Bürokratie gehört zu den Dingen, die aus seiner Sicht angepackt werden müssen.

Dass es Ban nach Meinung von Kritikern an Charisma gebricht, macht ihm nichts aus. Diplomaten seien für gewöhnlich «sehr ruhige Menschen, die tagein, tagaus kompetent ihre Arbeit tun», sagte Wirth. «Ban Ki Moon gehört mit Sicherheit dazu. Ich habe noch nie jemanden gekannt, der so hart arbeitet wie er.»

AFP/mrs

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