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Hoffnung für schwule Soldaten in den USA

Für Homosexuelle ist das Ende der Diskriminierung in der US-Armee einen Schritt näher gerückt. Das Repräsentantenhaus beschlossen die Abschaffung des Homosexualitätsverbots in der Armee.

Sollen bald akzeptiert werden: Homosexuelle Soldaten.
Sollen bald akzeptiert werden: Homosexuelle Soldaten.
Keystone

Das Repräsentantenhaus stimmte im Rahmen des Verteidigungsbudgets für die Neuregelung. Die Abgeordneten votierten mit 234 zu 194 Stimmen für das Pentagon-Budget 2011, der die Abschaffung der umstrittenen Regelung vorsieht, wonach homosexuelle Soldaten ihre sexuelle Orientierung verheimlichen müssen.

Der Streitkräfteausschuss des Senats hatte kurz zuvor mit 16 zu 12 Stimmen für die Pläne von präsident Barack Obama gestimmt. Nun muss sich noch der gesamte Senat mit der Neuregelung beschäftigen, bevor die Gesetzentwürfe dann miteinander abgestimmt werden müssen und dann Obama zur Unterschrift vorgelegt werden können.

Befürworter der Regelung hoffen, dass dies noch vor den Teilwahlen im November geschieht. Allerdings soll es dem Verteidigungsministerium überlassen werden, wie genau und wie schnell die Pläne umgesetzt werden.

Folgen für die «Moral» der Truppe

Dieser Kompromiss war unter Leitung des Senators Joe Lieberman ausgehandelt worden. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte dem am Dienstag zwar zugestimmt, gleichzeitig aber betont, eine spätere Befassung des Kongresses wäre ihm lieber gewesen.

Gates und US-Generalstabschef Michael Mullen wollen bis zum 1. Dezember einen Bericht über die Auswirkungen der Abschaffung vorlegen. In der Militärführung gibt es Widerstand gegen die Neuregelung.

Auch konservative Politiker wie der republikanische Senator John McCain fürchten eine Schwächung der Kampfkraft durch die Abschaffung des Homosexualitätsverbots. Die Neuregelung sei auch schädlich für die «Moral» der Truppe, sagte McCain.

13'000 Homosexuelle entlassen

Seit 1993 gilt die sogenannte «Frage nichts, sage nichts»- Regelung, wonach Homosexuelle trotzdem bei der Armee arbeiten können, solange sie ihre sexuelle Orientierung nicht offen ausleben oder davon erzählen. Im Gegenzug dürfen ihre Vorgesetzten sie aber auch nicht danach fragen.

Bei Bekanntwerden ihrer sexuellen Orientierung müssen Homosexuelle mit dem Ausschluss aus den Streitkräften rechnen. Seit Inkrafttreten dieser Regelung wurden mehr als 13'000 Armeeangehörige entlassen, weil ihre Homosexualität bekannt wurde.

Obama begrüsste das Votum. Das Gesetz werde schwulen und lesbischen Soldaten helfen, «ehrlich und mit Integrität» ihren Dienst bei den Streitkräften zu versehen, erklärte der US-Präsident.

Vertreter von Homosexuellenverbänden zeigten sich ebenfalls zufrieden. Eine Sprecherin nannte die Abstimmung eine «entscheidende Etappe zur Beendigung eines beschämenden Kapitels in unserer Geschichte». Präsident Obama hatte schon im Wahlkampf eine Neuregelung gefordert. Acht von zehn US-Bürgern sind laut Umfragen dafür.

SDA/bru

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