Zum Hauptinhalt springen

Hauptsache, die Meinung stimmt

Der Nachrichtensender CNN steckt in der Krise. Ausgewogene Berichte sind bei den Amerikanern nicht mehr gefragt.

Die Malaise der traditionellen Medien in den Vereinigten Staaten hält unvermindert an: Die Auflage der Zeitungen ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent gefallen, wobei die «Washington Post» einen Rückgang von 13,1 Prozent hinnehmen musste. Dass die drei grossen Fernsehsender ABC, NBC und CBS ebenfalls an Reichweite verlieren, überrascht kaum, die gewaltige Einbusse beim Nachrichtensender CNN hingegen schon: Gegenüber 2009 hat der Kabelsender, der nach seiner Gründung 1980 das Nachrichtenfernsehen revolutionierte, 40 Prozent seiner Zuschauer verloren, was zu einer Debatte über die Zukunft von CNN geführt hat.

«Unsere Aufgabe ist es, den besten Journalismus der Welt zu liefern», beschreibt Jonathan Klein, der Chef von CNN-USA, das Selbstverständnis des Senders; zumindest die amerikanischen Zuschauer aber schalten zusehends auf die Konkurrenz um, wo statt Nachrichten mediale Persönlichkeiten laute Meinungen vertreten und Ausgewogenheit ein Fremdwort ist. Sowohl der rechte Agitprop-Sender Fox als auch der nach links tendierende Kabelsender MSNBC bieten Talkshows zur besten Sendezeit am frühen Abend, die CNNs Aufgebot lascher Moderatoren deklassieren.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.