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«Für Amerika ist das eine Job-Strategie»

US-Präsident Barack Obama hat auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) für einen Ausweitung des Handels beider Regionen geworben.

Freundschaftlicher Handschlag: US-Präsident Barack Obama und Japans Premierminister Naoto Kan nach der abschliessenden Pressekonferenz.
Freundschaftlicher Handschlag: US-Präsident Barack Obama und Japans Premierminister Naoto Kan nach der abschliessenden Pressekonferenz.
Keystone

Barack Obama räumte am Samstag im japanischen Yokohama ein, dass die US-Exporte nach Asien in den vergangenen fünf Jahren zwar deutlich zugelegt hätten, die Konkurrenz sich aber dennoch mehr Marktanteile gesichert habe. «Wir wollen das ändern», sagte Obama. Er will die US-Exporte innerhalb von fünf Jahren verdoppeln und setzt dabei auch auf die Nachfrage nach amerikanischen Gütern in Asien. Auf diese Weise sollen in den Vereinigten Staaten neue Arbeitsplätze entstehen.

«Gesunder Wettbewerb schadet nicht»

Obama erklärte, ein gesunder Wettbewerb schade den Beziehungen zwischen den Ländern nicht. «Wir müssen Handel oder wirtschaftliches Wachstum nicht als Nullsummenspiel betrachten», sagte er. «Wenn wir zusammen arbeiten und zusammen handeln, kann die Stärkung unserer Handelsbeziehungen ein Gewinn für alle Länder sein.» Der US-Präsident erklärte deutlich, dass es ihm um Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten geht. «Für Amerika ist das eine Job-Strategie», sagte er über seinen Asienbesuch in dieser Woche. Aber auch die Verbraucher in Asien profitierten von einem grössten Warenangebot.

Der chinesische Präsident Hu Jintao bekräftigte unterdessen die Offenheit seines Landes für den Welthandel und sagte eine langsame Aufwertung des Yuan zu. Am Rande des Apec-Gipfels sagte der Staatschef am Samstag, China sei offen für Investitionen und gegen Protektionismus. Er vermied es, diplomatische oder wirtschaftliche Differenzen mit den USA oder Japan zu erwähnen. Peking werde fortfahren, den Wert seiner Währung «stabil und schrittweise» anzupassen, sagte Hu. Die USA werfen China vor, den Yuan absichtlich unterbewertet zu lassen, um sich Vorteile in der Exportindustrie zu verschaffen. Dies führe zu Ungleichgewichten im Welthandel.

Freier Handel als Weg zu Wohlstand und Stabilität

Die Apec-Staaten wollen ungeachtet ihrer Differenzen den freien Handel ausweiten. Freier und offener Handel sei der sicherste Weg, allgemeinen Wohlstand und Stabilität im asiatisch-pazifischen Raum zu erlangen, hiess es im Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels, der am Sonntag zu Ende gehen sollte.

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan betonte angesichts zweier Territorialkonflikte seines Landes mit Nachbarstaaten die Bedeutung der Beziehungen zu den USA. Am Rande des Apec-Gipfels in Yokohama traf Kan am Samstag mit US-Präsident Obama zusammen. Der japanische Regierungschef sagte danach, er habe Amerika seinen Dank für die Unterstützung im Konflikt mit China und Russland ausgesprochen. Mit beiden Staaten streitet sich Japan um den Besitz von Inselgruppen. Die jüngsten Konflikte hätten die Bedeutung des Sicherheitsbündnisses mit den USA unterstrichen und gezeigt, wie wichtig die Präsenz amerikanischer Truppen in der Region sei, sagte Kan weiter.

Erstes Treffen seit dem Fischerboot-Zwist

Kan und Hu trafen am Rande des Apec-Gipfels zusammen, nachdem beide Seiten zuvor tagelang über eine solche Begegnung beraten hatten. Es war das erste Treffen, seitdem Japan den Kapitän eines chinesischen Fischerbootes festgenommen hatte, dessen Boot in den umstrittenen Gewässern im Gelben Meer mit zwei japanischen Patrouillenbooten zusammengestossen war.

In Yokohama protestierten Tausende Demonstranten gegen den Besuch des chinesischen Präsidenten Hu. Die rund 4000 Teilnehmer der Protestaktion schwenkten japanische Flaggen und riefen «Nieder mit dem chinesischen Imperialismus» und «Verteidigt unser Territorium».

dapd/pbe

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