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Franziskus zur Jugend: «Glaubt an Gott, nicht ans Geld»

Mit der Schutzpatronin Brasiliens in den Armen: Papst Franziskus hat bei einer Messe in der Basilika des Wallfahrtsorts Aparecida vor «flüchtigen Idolen» gewarnt. Die sozialen Proteste auf der Strasse sprach er nicht an.

Tritt nach seiner ersten Auslandsreise nach Brasilien die Heimreise an: Papst Franziskus in der Alitalia-Maschine. (28. Juli 2013)
Tritt nach seiner ersten Auslandsreise nach Brasilien die Heimreise an: Papst Franziskus in der Alitalia-Maschine. (28. Juli 2013)
AFP
Papst Franziskus winkt zum Abschied auf dem Flughafen von Rio de Janeiro. (28. Juli 2013)
Papst Franziskus winkt zum Abschied auf dem Flughafen von Rio de Janeiro. (28. Juli 2013)
Reuters
Ab nach Brasilien: Papst Franziskus besteigt die Maschine, die ihn auf seiner ersten Überseereise nach Südamerika bringt.
Ab nach Brasilien: Papst Franziskus besteigt die Maschine, die ihn auf seiner ersten Überseereise nach Südamerika bringt.
Keystone
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Beim Besuch des brasilianischen Marienheiligtums Aparecida hat Papst Franziskus am Mittwoch die Jugend vor der Verführung durch «flüchtige Idole» wie Geld und Macht gewarnt. «Heute fühlen sich alle, auch unsere Jugend, verführt von den Idolen, die sich an die Stelle Gottes setzen und Hoffnung zu geben scheinen: Geld, Erfolg, Macht, Vergnügen», sagte der Papst.

200'000 Gläubige verfolgten vor der Basilika die Messe auf Leinwänden. «Oft führt ein wachsendes Gefühl von Einsamkeit und Leere in den Herzen die Menschen dazu, Befriedigung in diesen flüchtigen Idolen zu suchen», sagte das katholische Kirchenoberhaupt. Sein Appell konnte als Reaktion auf die evangelikalen Kirchen verstanden werden, die derzeit in Brasilien grossen Zulauf haben und oft versprechen, dass der Glaube an Jesus mit Geld und Erfolg vergolten werde. Der 76-jährige Argentinier tritt seit seiner Wahl zum Papst mit Nachdruck für mehr Bescheidenheit in der Kirche ein.

«Unsere Liebe Frau von Aparecida»

Vor dem Beginn der Messe in der Basilika nahm Franziskus die schwarze Statue der Jungfrau von Aparecida in die Arme. «Unsere Liebe Frau von Aparecida» ist seit 1930 die Schutzpatronin Brasiliens. «Welche Freude für mich, in das Haus der Mutter aller Brasilianer zu kommen», rief das katholische Kirchenoberhaupt der versammelten Menge von 15'000 Gläubigen zu. Auf dem Platz vor der Kirche verfolgten weitere rund 200'000 Menschen in völliger Stille auf grossen Leinwänden die Übertragung des Gottesdienstes.

Die Ansprache des Papstes konzentrierte sich auf die Krise des Individuums und der Familie. Die schweren sozialen und politischen Probleme Brasiliens, die im Juni Hunderttausende Menschen zu Protesten auf die Strassen trieben, sprach er nicht an. Franziskus war am Montagabend auf seiner ersten Auslandsreise als Papst in Brasilien eingetroffen. Anlass ist der Weltjugendtag in Rio de Janeiro. Der Eröffnung auf dem Strand von Copacabana, zu der eine halbe Million Menschen kamen, wohnte der Papst am Dienstag noch nicht bei.

Gewaltsame Ausschreitungen

Die Freude über den Besuch des Papstes wurde am Montag von Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen gegen soziale Missstände in Brasilien überschattet. Kurz nach einem Gespräch des Kirchenoberhaupts mit Präsidentin Dilma Rousseff ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor. Für Chaos sorgte am Dienstag ein Ausfall der beiden U-Bahn-Linien von Rio durch einen Stromausfall. Tausende Menschen versuchten daraufhin, mit Bussen und Taxis zum Eröffnungsgottesdienst zu kommen.

Neben grossen Gottesdiensten stehen in den kommenden Tagen Begegnungen mit Armen und Straftätern auf dem Programm des Papstes. Noch am Mittwoch wollte er zudem frühere Drogenabhängige treffen. Am Donnerstag will er das Armenviertel Varginha in Rio besuchen und auf einem Sportplatz predigen. Seine Rückreise nach Rom ist für Sonntag vorgesehen, wenn auch der Weltjugendtag endet, an dem bis zu zwei Millionen Menschen aus rund 170 Ländern teilnehmen sollen.

AFP/mw

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