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Farc-Rebellen verkünden einseitige Waffenruhe

Die Farc-Rebellen haben vor Beginn der Friedensgespräche in Havanna angekündigt, für zwei Monate die Waffen ruhen zu lassen. Die kolumbianische Regierung lässt sich nicht darauf ein.

Wollen in nächster Zeit keine militärischen Aktionen mehr durchführen: Farc-Rebellen in der Nähe von Cauca, Kolumbien. (Archivbild)
Wollen in nächster Zeit keine militärischen Aktionen mehr durchführen: Farc-Rebellen in der Nähe von Cauca, Kolumbien. (Archivbild)
AFP

Zum Auftakt der Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung hat die Farc-Guerilla eine einseitige Waffenruhe verkündet. Das Sekretariat der Farc ordne das «Ende der Militäreinsätze gegen die öffentliche Ordnung an», sagte der Chefunterhändler der Rebellen, Iván Márquez, in Kubas Hauptstadt Havanna.

Dort begann eine Neuauflage der Gespräche mit Vertretern der Regierung über eine Beilegung des Konflikts. Die Waffenruhe beginne um Mitternacht (Ortszeit) und werde zwei Monate andauern, sagte Márquez. Diese «politische Entscheidung» der Farc sei ein Beitrag, um das nötige «Klima der Verständigung» beider Seiten herzustellen. Es sei ausserdem eine «Demonstration unseres Willens, ein günstiges politisches Klima herzustellen», um im Rahmen von Verhandlungen zu einem Friedensvertrag zu gelangen. Das sei auch im Interesse der Kolumbianer.

Regierung lehnt Waffenruhe ab

Die kolumbianischen Streitkräfte werden diese einseitig ausgerufene Waffenruhe nicht anerkennen. Das erklärte gestern der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón. Es sei die in der Verfassung verankerte Pflicht des kolumbianischen Militärs, «alle Verbrecher zu verfolgen, die gegen die Verfassung verstossen haben», sagte Pinzón.

Die Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der Farc-Guerilla zur Beilegung ihres jahrzehntelangen Konflikts waren auf Montag verschoben worden, um auch Vertretern der kolumbianischen Zivilgesellschaft die Teilnahme daran zu ermöglichen. Regierungsvertreter de la Calle sagte am Sonntag vor seiner Abreise in Bogotá, die erste Gesprächsrunde werde zehn Tage dauern und einen Zeitplan für die weiteren Verhandlungen festlegen. Insgesamt gehe es um einen Prozess von mehreren Monaten, «nicht von mehreren Jahren».

Norwegen und Kuba vermitteln

De la Calle äusserte die Erwartung, dass die Farc in eine «legale politische Partei umgewandelt» werde. Die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos wolle einen «stabilen Frieden» aufbauen. Fünf Themen stehen bei den Verhandlungen im Mittelpunkt: Landreformen, die politische Integration der Guerilla, der Kampf gegen Drogenanbau und Drogenschmuggel, Entwaffnung sowie Entschädigung für die Opfer.

Norwegen und Kuba vermitteln in dem Konflikt, bei dem nach Schätzungen bislang 600'000 Menschen getötet wurden. Nach UNO-Angaben wurden zudem vier Millionen Menschen vertrieben. Drei vorherige Versuche, Frieden zu schliessen, waren gescheitert.

sda/AFP/ses/chk

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