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Fall Walter Scott: Polizist wegen Mordes angeklagt

Der weisse Polizist, der einen unbewaffneten Afroamerikaner erschossen hat, muss sich vor Gericht verantworten. Eine Jury entschied, dass die Beweise für eine Mordanklage ausreichen.

Hier wurde Walter Scott erschossen: Blumen am Tatort in South Carolina.
Hier wurde Walter Scott erschossen: Blumen am Tatort in South Carolina.
Keystone

Ein weisser Polizist im US-Bundesstaat South Carolina ist wegen der tödlichen Schüsse auf den unbewaffneten Afroamerikaner Walter Scott offiziell angeklagt worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, entschied eine sogenannte Grand Jury aus Laienrichtern, dass die Beweise für eine Mordanklage gegen den Polizeibeamten ausreichen.

Dem mittlerweile gefeuerten Polizisten droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der Polizist dem 50-jährigen Scott Anfang April in den Rücken schiesst. US-Medien zufolge war Scott von der Polizei gestoppt worden, weil eines der Rücklichter seines Autos nicht funktionierte.

Fünf Schüsse trafen Scott

Zunächst rannte der Afroamerikaner in eine Grünanlage, wo es zu einem Handgemenge mit dem Polizisten kam. Als Scott erneut weglief, gab der Angeklagte acht Schüsse ab, von denen fünf den schwarzen Familienvater trafen. Der Beamte erklärte, er habe sich bedroht gefühlt.

Scotts Tod befeuerte die Debatte über exzessive Gewaltanwendung und rassistische Diskriminierung durch Polizisten in den USA. Anfang August vergangenen Jahres war in der Kleinstadt Ferguson der unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weissen Polizisten getötet worden. Wegen mangelnder Beweise wurde der Beamte nicht angeklagt.

Die Vorgänge führten in Ferguson und anderen Städten zu Protesten. In den folgenden Monaten sorgten weitere tödliche Polizeieinsätze gegen Schwarze für Empörung.

SDA/woz

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