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Die Oscar-Anwärterin, die den Oscar eigentlich gar nicht will

Die 23-jährige Oscar-Anwärterin Saoirse Ronan möchte lieber tanzen, als die Trophäe mit nach Hause zu nehmen.

Die irische Schauspielerin Saoirse Ronan spielt die Hauptrolle in der Tragikomödie «Lady Bird».
Die irische Schauspielerin Saoirse Ronan spielt die Hauptrolle in der Tragikomödie «Lady Bird».
Keystone

Die Oscar-Anwärterin Saoirse Ronan will die begehrte Trophäe nach eigener Aussage eigentlich gar nicht mit nach Hause nehmen. «Wenn Du gewinnst, musst Du danach dieses ganze Pressezeug machen, und Du hast keine Chance auf einen Tanz», sagte sie im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Paris. «Also ist es ziemlich nett zu verlieren, weil Du dann den Abend geniessen kannst.»

Die 23-Jährige spricht aus Erfahrung: Im Januar war sie für ihre Hauptrolle in der Tragikomödie «Lady Bird» mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden. Nun ist Ronan für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Es ist bereits ihre dritte Oscar-Nominierung. Zum ersten Mal kam sie mit 13 Jahren für ihre Nebenrolle in dem Filmdrama «Abbitte» in die engere Wahl, 2016 wurde sie für die Hauptrolle in «Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten» nominiert.

Mit Lady Bird wurde ein weiteres Zeichen gesetzt

Bei der Oscar-Verleihung am 4. März drückt Ronan vor allem «Lady Bird»-Regisseurin Greta Gerwig die Daumen, die für den Regie-Oscar nominiert ist. «Das war wirklich eine bedeutende Sache in diesen Zeiten, dass zumindest eine Frau nominiert wurde und das vollkommen verdient», sagte Ronan. Die US-Regisseurin habe den ungewöhnlichen Schritt gewagt, einen ganzen Film der Geschichte einer Jugendlichen zu widmen - «eine, die einfach los geht und keine Angst hat, aufs Gesicht zu fallen». Dadurch vermittele die Heldin von «Lady Bird» viel «Stärke und Mut», sagte Ronan.

In der Filmbranche wird derzeit viel über die Gleichberechtigung von Frauen sowie über sexuelle Übergriffe diskutiert. Ronan gehört mit Stars wie Kate Winslet, Emma Thompson und Keira Knightley zu 200 britischen und irischen Schauspielerinnen, die jüngst in einem offenen Brief die Gründung eines Hilfsfonds für die Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz angekündigt hatten.

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