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«Die Grossmütter leisteten Pionierarbeit»

Bei der Suche nach den Enkeln wurden Methoden vorangetrieben, die heute bei einer Identifizierungen zum Standard gehören, sagt der Forensiker Tidball-Binz.

Sie haben 1985 auf Wunsch von Estela de Carlottto deren Tochter Laura exhumiert. Warum?

Es ging um die Frage: Hat Laura ein Kind geboren oder nicht? Estela besass Hinweise darauf, war sich aber nicht sicher. Nach der Untersuchung der Leiche war die Sache klar. Ihre Tochter Laura musste zumindest ein Kind geboren haben. Für Estela war es ein enorm wichtiger Moment. Ab da begann die ­Suche nach ihrem Enkel. Und auch für die wissenschaftliche Forensik in Argentinien war die Untersuchung entscheidend. Estela verlangte, bei der Exhumierung dabei zu sein, was zu dieser Zeit geradezu revolutionär war. Die Empfehlung, dass Eltern oder Angehörige von Opfern bei Exhumierungen präsent sind, ist heute internationaler Standard, auch beim ­Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, für das ich arbeite. Dieses Vorgehen schafft Transparenz und hilft Opferfamilien, die Erkenntnisse von uns Forensikern zu akzeptieren.

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