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«Der Krieg in Kolumbien ist vorbei»

Im August hatten sich die Farc-Rebellen und die Regierung auf ein Friedensabkommen geeinigt. Jetzt ist der historische Vertrag unter Dach und Fach.

Berieten seit vergangenem Samstag: Ivan Marquez (Mitte) feiert mit Teilnehmern die Absegnung des Vertrags. (23. September 2016)
Berieten seit vergangenem Samstag: Ivan Marquez (Mitte) feiert mit Teilnehmern die Absegnung des Vertrags. (23. September 2016)
AFP

Die Farc-Rebellen in Kolumbien haben den historischen Friedensvertrag einstimmig angenommen, mit dem der jahrzehntelange Konflikt im Land beendet werden soll. «Der Krieg ist vorbei», sagte der Chefunterhändler Ivan Marquez am Freitag bei der zehnten nationalen Farc-Konferenz in Llanos del Yari im Südosten des Landes. Das Abkommen wird nun Anfang Oktober den Kolumbianern in einem Referendum zur Abstimmung vorgelegt.

Mehr als 300 Delegierte der linksradikalen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) berieten seit vergangenem Samstag in ihrer Hochburg im Südosten des Landes über die Ratifizierung des Friedensvertrags. Es war das erste Mal, dass sich die Guerillagruppe in aller Öffentlichkeit mit Zustimmung der Regierung zu einer Konferenz versammelte. Es war erwartet worden, dass die Delegierten dem Abkommen zustimmen.

Mit dem Abkommen sei «definitiv klargestellt, dass es in dem Konflikt weder Gewinner noch Verlierer» gebe, hatte der Farc-Kommandant Timoleon Jimenez alias Timochenko zur Eröffnung der Konferenz gesagt. «Für die Farc und unser Volk wird die grösste Befriedigung sein, den Frieden gewonnen zu haben», sagte Timochenko und rief zur Ratifizierung des Abkommens auf. «Das Schicksal Kolumbiens liegt in euren Händen», sagte er.

Einstimmig angenommen

Die Delegierten hätten sich einstimmig hinter den Vertrag gestellt, teilte die FARC am Freitag mit. «Die Versöhnung des Landes kennt keine Gewinner oder Verlierer. Kolumbien und der ganze Kontinent haben gewonnen», hiess es in einer Stellungnahme.

Die Guerillagruppe und die kolumbianische Regierung hatten sich am 24. August nach jahrelangen Verhandlungen in Havanna auf den Friedensvertrag geeinigt. Seit dem 29. August ist ein Waffenstillstand in Kraft. Nachdem die Farc-Konferenz nun den Vertrag ratifiziert hat, will der FARC-Kommandant Timochenko ihn am kommenden Montag mit Präsident Juan Manuel Santos unterzeichnen.

Volksabstimmung am 2. Oktober

Anschliessend soll die kolumbianische Bevölkerung am 2. Oktober in einem Referendum über das Abkommen abstimmen. Der 297-seitige Friedensvertrag besteht aus sechs Teilabkommen. Darin geht es um Wiedergutmachung für die Opfer des Konflikts, eine Landreform, die Entwaffnung der Rebellen, ihre Umwandlung in eine politische Partei, den Kampf gegen den Drogenhandel sowie die Umsetzung des Abkommens.

Die Farc kämpfte seit 1964 gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung des lateinamerikanischen Landes. In dem Konflikt, in den neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt waren, wurden mehr als 260'000 Menschen getötet, 45'000 Menschen gelten als vermisst. Sieben Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.

Wenn der Konflikt mit der Farc beigelegt ist, will die Regierung auch Friedensverhandlungen mit der kleineren Guerillagruppe ELN aufnehmen.

SDA/woz

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