Zum Hauptinhalt springen

Der Bomber, der keine Ahnung von Bomben hat

Drei Tage nach dem vereitelten Attentat auf den Times Square in New York ist klar: Der Terrorist ist ein fürchterlicher Dilettant. Nur eines hat er richtig gemacht.

Heroische Darstellung: Faizal Shahzad lässt sich auf  Al-Arabiya TV als Märtyrer feiern.
Heroische Darstellung: Faizal Shahzad lässt sich auf Al-Arabiya TV als Märtyrer feiern.
Keystone
Wütender Auftritt: Faizal Shahzad drohte vor Gericht offen mit Krieg.
Wütender Auftritt: Faizal Shahzad drohte vor Gericht offen mit Krieg.
Keystone
Mit solchen Weckern wurden die Bomben gezündet.
Mit solchen Weckern wurden die Bomben gezündet.
Reuters
1 / 7

Benzinkanister, Propanflaschen, Feuerwerk und Düngemittel: Das fanden die New Yorker Polizisten, als sie den Nissan Pathfinder inspizierten, der am vergangenen Sonntag ein Massaker auf dem Times Square hätte verursachen sollen.

Selbstgebastelt und amateurhaft habe die Bombe im Auto ausgesehen, gaben die Beamten an. Zum Glück für New York: Der 30-jährige Faisal Shazad, der mittlerweile geständig ist, das Attentat geplant zu haben, machte Fehler, ohne die womöglich Hunderte Menschen ums Leben bekommen wären.

«Viele gravierende Fehler»

Shazad hatte den SUV mit ungeeignetem Sprengmaterial gepackt, wie mehrere US-Medien berichten. Im Wagen sei «ein Haufen Haushalts- und Gartenarbeitsprodukte, darunter mehrere Säcke Dünger» gewesen, aber «kein Ammonium-Nitrat, das eine Explosion wie Dynamit hätte verursachen können», schreibt etwa die «New York Post». Auch habe es sich um ungeeignetes, nicht explosives Düngemittel gehandelt.

Dies, obwohl Shazad während eines fünfmonatigen Aufenthalts in Pakistan ein Bomben-Training absolviert haben soll. Frank Doyle, ein ehemaliger Bomben-Experte, sagte denn auch gegenüber «Fox News», er zweifle daran, dass Shazad im Umgang mit Bomben geschult worden sei, insbesondere in Anbetracht des benützten Düngers. «Ich bezweifle, dass er überhaupt irgendetwas von Bomben wusste», so Doyle. Der Missgriff beim Dünger sei jedoch nur «einer von vielen wirklich gravierenden Fehlern, die er gemacht hat.»

Mangel an Wissen

Auch Chris Falkenberg, Präsident einer US-Sicherheitsfirma, sagt gegenüber dem Online-Magazin «Wired», dass selbst wenn die Bombe hochgegangen wäre, ihr Schaden äusserst gering gewesen wäre. «Die Zusammensetzung der Bombe zeigt, dass es dem Täter an Wissen mangelte, wie man eine solche baut», so Falkenberg. «Auch war es ihm offensichtlich nicht möglich, an richtige Sprengkörper zu gelangen.» Falls der vereitelte Anschlag von einer organisierten Terroristenzelle geplant worden sei, «hätten wir uns wenig zu sorgen, denn die Gefahr, die von einer solchen ‹Low Level›-Attacke ausgeht, ist minimal.»

Ort strategisch gewählt

Hat es New York also der Amateurhaftigkeit des Bombers zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist? «Nicht nur. Es war auch Glück dabei» sagt der Schweizer Terror- und Sprengstoffexperte Albert Stahel. Das Attentat hätte durchaus gelingen und schlimme Folgen haben können, wäre der Bomber besser geschult gewesen. Denn der Zielort war aus terroristischer Sicht strategisch gut gewählt. Am Times Square in New York sind täglich Millionen von Menschen unterwegs.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch