Das Elend der Demokraten

Die US-Abgeordnete Ilhan Omar ist eine fürchterliche Antisemitin und verharmloste nun auch den Terroranschlag vom 11. September 2001. Die Demokraten aber schauen weiter untätig zu, verlieren ihre Glaubwürdigkeit und befördern sich selbst ins Elend.

Ilhan Omars skandalöse und hasserfüllte Entgleisungen richten sich vornehmlich gegen Israel, aber auch immer öfter gegen ihre Heimat, die USA, richteten.

Ilhan Omars skandalöse und hasserfüllte Entgleisungen richten sich vornehmlich gegen Israel, aber auch immer öfter gegen ihre Heimat, die USA, richteten.

(Bild: Keystone)

Sebastian Briellmann

Die «New York Post»hat letzten Donnerstag etwas getan, was längst hätte getan werden sollen: Sie konfrontierte ihre Leser auf der Titelseite mit einer (weiteren) untragbaren Aussage der US-Abgeordneten Ilhan Omar. Die Demokratin hat in ihrer fünfmonatigen Amtszeit nicht nur eindrücklich bewiesen, dass sie eine fürchterliche Antisemitin ist; nun verharmloste sie auch den Terroranschlag vom 11. September 2001, schwafelte vor dem Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen davon, dass dieser ins Leben gerufen worden sei, «weil man erkannte, dass ein paar Leute etwas taten und wir alle Zugang zu unseren Bürgerfreiheiten zu verlieren begannen».

Die «Post» schleuderte ihr ein erzürntes «Hier ist dein ‹etwas› – 2977 Menschen tot durch Terrorismus» und ein – noch immer schwer erträgliches – Foto von den brennenden Türmen des World Trade Center entgegen. Omar war in dieser Kolumne schon öfterwegen ihrer skandalösen und hasserfüllten Entgleisungen ein Thema, die sich vornehmlich gegen Israel, aber auch immer öfter gegen ihre Heimat, die USA, richteten. Das noch Ernüchternde ist die einer Schockstarre gleichende Untätigkeit der Demokraten. Vom liberalen Flügel kommt immer wieder Kritik, die aber derart wachsweich geäussert wird, um den aufstrebenden, sogenannt progressiven Flügel nicht zu vergraulen. Eine falsche Wortwahl wird Omar dann offiziell unterstellt, oder ein unüberlegter Gedanke. Dass sie blanken Hass schürt: Das hat man erstaunlicherweise noch nie gehört. Vielmehr wird ihr zur Seite geeilt, aus opportunistischen Gründen natürlich, also verteidigen Präsidentschaftskandidaten wie Bernie Sanders oder Elizabeth Warren ihr Verhalten vorbehaltlos. Ihre Intimfreundinnen, Rashida Tlaib (wirbt für Boykott, Desinvestition und Sanktionen gegen Israel) und «rising star» Alexandria Ocasio-Cortez, sahen es sowieso anders und warfen der Zeitung Rassismus sowie einen Aufruf von Gewalt gegen Frauen vor. Schuld an dieser Schlagzeile sei Donald Trump; weil in Medienberichten jetzt kritisiert wird, Omars Satz wäre aus dem Kontext gerissen und Trump habe ihn bewusst so verbreitet.

Natürlich hat Omar auch anderes gesagt, vor Rechtsextremismus gewarnt, zu Recht; an ihren eigenen Verfehlungen ändert das aber nichts – der Satz ist unzweideutig. Die Demokraten aber schauen weiter untätig zu, verlieren ihre Glaubwürdigkeit, befördern sich selbst ins Elend. Der Profiteur dieses Dramas ist – Überraschung – deren Feindbild Donald Trump, der bei dieser Selbstzerfleischung genüsslich zusehen kann. Mitleid wäre aber falsch: An ihrer Misere sind alleine sie selbst schuld.

Basler Zeitung

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