«Clinton will Amerikas Angela Merkel sein»

Donald Trump will im Kampf gegen Terrorismus Einwanderer genauestens unter die Lupe nehmen lassen. In Ohio hielt er seine Rede zur nationalen Sicherheit.

Will auf «drastische Sicherheitsüberprüfungen» setzen: Donald Trump in Ohio. (15. August 2016)

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat seine Strategie gegen Terrorismus vorgestellt und Hillary Clinton mit der deutschen Bundeskanzlerin verglichen. Seiner demokratischen Rivalin warf er in seiner Rede zur nationalen Sicherheit im US-Staat Ohio vor, politische Massnahmen vorantreiben zu wollen, die die USA für Terroristen aus dem Ausland öffneten.

«Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel sein», sagte er. Die deutsche Einwanderungspolitik habe die Sicherheitslage in der Bundesrepublik geschwächt, sagte Trump. Clinton bekam derweil Rückendeckung aus dem Weissen Haus.

Trumps gesamte Rede. (Video: Youtube/CNN)

Im Kampf gegen den Terror setzt Trump laut eigenen Angaben auf «drastische Sicherheitsüberprüfungen» aller Zuwanderer. Zudem müssten sie einen ideologischen Test machen, um Zutritt in die USA zu bekommen, sagte Trump in seiner Rede in der Stadt Youngstown. Er behauptete, viele der jüngsten Terrorattacken in den USA seien von Einwanderern oder ihren Kindern verübt worden.

Trump will Zugang zum Internet erschweren

Er würde die Einwanderung aus gefährlichen Regionen der Welt zeitweilig aussetzen, die bekannt dafür seien, «Terrorismus zu exportieren», sagte Trump. Die Zeit sei überfällig, neue Überprüfungstests einzuführen, um mit den heutigen Bedrohungen fertig zu werden. Die Vereinigten Staaten sollten jene aussondern, die feindliche Einstellungen gegen die USA und ihre Prinzipien hätten. Trumps Mutter und seine Frau waren Einwanderer.

Der Republikaner sagte, er wolle islamistischen Terroristen den Zugang zum Internet schwerer machen. Dadurch solle die Ausbreitung des Terrorismus gestoppt werden. Er führte aber nicht aus, wie er dieses Ziel erreichen wolle. Er sagte nur: «Wir können nicht erlauben, dass das Internet als Rekrutierungs-Werkzeug genutzt wird.» Jedes Land, das dieses Ziel teile, werde ein Verbündeter sein.

Clinton warf er vor, ihr fehle die mentale und körperliche Ausdauer, um mit der Terrormiliz Islamischer Staat und den vielen anderen Widersachern, denen die USA gegenüber stünden, den Kampf aufzunehmen. Die ehemalige Aussenministerin und US-Präsident Barack Obama seien verantwortlich für die Ausbreitung des IS.

Obama fordert Einsatz für Clinton

Obama unterbrach seinen Familienurlaub auf Martha's Vineyard, um von seinen Parteikollegen vollen Einsatz für Clinton zu fordern. In den nächsten 80 Tagen sollten alle Demokraten energisch Wahlkampf für sie betreiben, sagte der scheidende US-Staatschef am Montag vor demokratischen Geldgebern.

80 Tage seien nicht viel, um das er bitte, sagte Obama. Clinton könnte nach wie vor verlieren, sollten die Demokraten nicht ihren Job machen. Es gebe zurzeit nichts Wichtigeres, als der 68-Jährigen zu helfen, seine Nachfolgerin im Weissen Haus zu werden. Trump nannte er nicht beim Namen, sagte allerdings, es ermüde ihn, über den republikanischen Kandidaten zu sprechen.

CNN-Bericht über Joe Bidens Auftritt mit Hillary Clinton. (Video: Youtube/CNN)

Klare Kritik gegen den Republikaner äusserte dagegen Obamas Stellvertreter Joe Biden. Der US-Vizepräsident warf Trump bei seinem ersten Auftritt an Clintons Seite vor, keine Ahnung von Aussenpolitik und dem Leben der Arbeiterklasse zu haben. Darüber hinaus habe Trump «unamerikanische» politische Ideen. Trump erzähle, dass ihn die Mittelklasse interessiere. «Verschone mich. Das ist solch ein Quatsch», sagte Biden in seiner Geburtsstadt Scranton im US-Staat Pennsylvania.

chk/sda

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