Zum Hauptinhalt springen

Bolivianische Polizei knüppelt Amazonas-Indianer nieder

In Bolivien demonstrierten Ureinwohner gegen eine geplante Schnellstrasse durch das Amazonasgebiet. Die Polizei liess den Aufmarsch nicht lange gewähren.

Protest mit Pfeil und Bogen: Die Polizei bewacht den Protestmarsch der Ureinwohnern. (25. September 2011)
Protest mit Pfeil und Bogen: Die Polizei bewacht den Protestmarsch der Ureinwohnern. (25. September 2011)
Keystone
Am Protestmarsch nahmen auch viele Frauen und Kinder teil. (25. September 2011)
Am Protestmarsch nahmen auch viele Frauen und Kinder teil. (25. September 2011)
Keystone
Die Demonstrationsmarsch richtete sich gegen eine geplante Schnellstrasse durch Amazonasgebiet. (25. September 2011)
Die Demonstrationsmarsch richtete sich gegen eine geplante Schnellstrasse durch Amazonasgebiet. (25. September 2011)
Keystone
1 / 3

Die bolivianische Polizei hat gestern einen Protestmarsch von Ureinwohnern gegen eine geplante Schnellstrasse durch ihre Gebiete gewaltsam aufgelöst.

Die Polizisten gingen mit Tränengas gegen etwa tausend Amazonas- Indianer - unter ihnen Frauen und Kinder - vor, die nahe der Ortschaft Yucumo, 320 Kilometer nordöstlich des Regierungssitzes La Paz kampierten. Bei der Auflösung des Camps gab es mehrere Verletzte, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Die Ureinwohner, die seit einem Monat nach La Paz unterwegs sind, wurden in Bussen in die 50 Kilometer entfernte Stadt San Borja gebracht. Die bekannte 70-jährige Menschenrechtsaktivistin María Amparo Carvajal sprach von «extremer Gewalt» seitens der Polizei.

Die Polizei ging in der Nähe des Camps auch gegen etwa 200 Gegendemonstranten vor, die den Marsch aufhalten wollten. Dabei handelte es sich überwiegend um indianische Kokabauern, Verbündete der linksgerichteten Regierung von Präsident Evo Morales.

Morales sieht sich mit neuen Gegnern konfrontiert

Dieser hatte vor dem Polizeieinsatz einer Abordnung der Protestmarschierer angeboten, im Präsidentenpalast von La Paz mit ihm zu sprechen.

Er kündigte ausserdem an, dass es in den Departamentos Beni und Cochabamba, durch welche die geplante Schnellstrasse führen soll, ein Referendum über das umstrittene Projekt geben solle. Morales ist der erste indigene Präsident Boliviens und versteht sich als Verteidiger der Rechte der Ureinwohner. Sein Eintreten für die Schnellstrasse hat ihm jedoch neue Gegner zugeführt.

Sein ehemaliger Minister Alejandro Almaraz, der den Protestmarsch unterstützt, sagte am Abend im Radiosender Erbol, viele Demonstranten seien der Polizei entkommen und würden La Paz nun über die Berge erreichen.

600 Kilometer-Marsch war geplant

Die Ureinwohner hatten ihren Protestmarsch von Trinidad im Zentrum des Landes bis zum 600 Kilometer entfernten La Paz am 15. August begonnen. Die von der Regierung geplante Nord-Süd-Strasse von Villa Tunari nach San Ignacio de Moxos ist gut 300 Kilometer lang und soll die Anbindung Boliviens ans benachbarte Brasilien verbessern.

Sie soll unter anderem durch den eine Million Hektar grossen Nationalpark Isiboro Secure gehen, in dem etwa 50'000 Moxenos-, Yurakarés- und Chimanes-Indianer leben.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch