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Bergleute in Chile haben erstmals mit Angehörigen telefoniert

Gestern Sonntag konnten die verschütteten Bergleute zum ersten Mal mit ihren Angehörigen telefonieren. Inzwischen haben die Minenarbeiter auch ihren Aufenthaltsort in der Tiefe gewechselt.

Sprachen je eine Minute lang mit Familienangehörigen: Bergleute.
Sprachen je eine Minute lang mit Familienangehörigen: Bergleute.
Reuters

Die seit mehr als drei Wochen verschütteten Bergleute in Chile haben am Sonntag erstmals telefonischen Kontakt mit ihren Angehörigen aufnehmen können. Die Bergungskräfte liessen jeden der 33 Arbeiter eine Minute lang mit einem Familienmitglied sprechen.

Damit solle der Durchhaltewillen der Eingeschlossenen gestärkt werden. Antenor Barrios, der Vater eines der jüngeren Kumpel, zeigte sich anschliessend ermutigt durch die «Kraft und Entschlossenheit» seines Sohns. Bislang konnten sich die Eingeschlossenen und ihre Angehörigen nur über einen Verbindungsschacht Briefe schicken.

Die 33 Kumpel wechselten unterdessen ihren Aufenthaltsort. Nach Angaben der Behörden stiegen sie nochmals 300 Meter tiefer in die Mine hinab bis zu einer Stelle im Schacht, in der es kühler und trockener ist als in dem Notraum, in den sie sich nach dem Einsturz der Mine am 5. August geflüchtet hatten. Laut Bergbauminister Laurence Golborne war der Umzug dringend nötig, da einige der Bergleute in dem heissen, feuchten Notschacht Geschwüre und Pilzinfektionen entwickelt haben.

Verschüttete müssen aus der Tiefe für ihre Rettung arbeiten

Der Chefingenieur der Rettungsarbeiten, Andres Sougarret, erklärte am Sonntag, während der Bohrung eines Rettungsschachts müssten die Männer in der Tiefe das hinabfallende Geröll zur Seite räumen. Sie müssten dazu in Schichten rund um die Uhr arbeiten und 3000 bis 4000 Tonnen Steine abtransportieren.

Das staatliche Bergbauunternehmen Codelco wollte am (morgigen) Montagnachmittag mit den Bohrungen beginnen. Der Schacht soll breit genug werden, um die Männer einzeln an die Oberfläche zu holen. Sougarret sagte, einfache Ausrüstungsgegenstände seien in der Tiefe vorhanden.

Unklarheit um die körperliche Verfassung

Der neue Schacht werde wahrscheinlich mehrere hundert Meter vom Wohnbereich der Verschütteten enden, so dass genug Platz sei, um das hinabfallende Geröll zu beseitigen. Allerdings war nicht klar, ob die Männer überhaupt in der körperlichen Verfassung sind, so schwere Arbeit zu leisten.

Die 33 Männer sitzen seit einem Felssturz am 5. August in der Gold- und Kupfermine San José am Rand von Copiapó fest. Die Rettung kann nach Expertenschätzung bis Weihnachten dauern.

dapd/mt/mrs

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