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Bau von umstrittener Öl-Pipeline in den USA geht weiter

Proteste hatten den Abschluss einer Erdölleitung durch ein Indianerreservat in North Dakota gestoppt. Nach einem Dekret von Donald Trump darf nun wieder gebaut werden.

Will ihr Indianerraservat schützen: Grossmutter Rotfeder von dem Stamm Sioux läuft durch den Schnee, um Wasser im Oceti Sakowin Camp zu holen. Dort protestieren die Leute gegen die Dakota Access Ölleitung. (29. November 2016)
Will ihr Indianerraservat schützen: Grossmutter Rotfeder von dem Stamm Sioux läuft durch den Schnee, um Wasser im Oceti Sakowin Camp zu holen. Dort protestieren die Leute gegen die Dakota Access Ölleitung. (29. November 2016)
AP Photo/David Goldman, Keystone
Demonstranten blockieren den Highway nahe Cannon Bali in North Dakota. Die Sioux-Indianer wehren sich gegen das Projekt, weil die Pipeline durch heilige Stätten auf dem Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. (26. Oktober 2016)
Demonstranten blockieren den Highway nahe Cannon Bali in North Dakota. Die Sioux-Indianer wehren sich gegen das Projekt, weil die Pipeline durch heilige Stätten auf dem Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. (26. Oktober 2016)
AP Photo/James MacPherson, Keystone
Hay is stacked up to feed horses at a protest encampment along the route of the Dakota Access oil pipeline near Cannon Ball in southern North Dakota on Tuesday, Jan. 24, 2017.   President Donald Trump on Tuesday issued an executive action to advance construction of the pipeline, which opponents believe threatens drinking water and cultural sites. The pipeline developer disputes that. (AP Photo/James MacPherson)
Hay is stacked up to feed horses at a protest encampment along the route of the Dakota Access oil pipeline near Cannon Ball in southern North Dakota on Tuesday, Jan. 24, 2017. President Donald Trump on Tuesday issued an executive action to advance construction of the pipeline, which opponents believe threatens drinking water and cultural sites. The pipeline developer disputes that. (AP Photo/James MacPherson)
AP Photo/James MacPherson, Keystone
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Die Dakota Access Pipeline in den USA wird so schnell wie möglich weitergebaut. Das teilte eine Sprecherin der zuständigen Baufirma der Nachrichtenagentur AP am Mittwochabend per E-Mail mit. Kurz zuvor hatte das in Dallas ansässige Unternehmen Energy Transfers vom US-Militär die endgültige Genehmigung bekommen. Der Schritt war einen Tag zuvor bereits angekündigt worden.

Bei dem Bau geht es lediglich noch um einen Teilabschnitt unter dem Oahe-Stausee am Fluss Mississippi. Dieser könne in rund drei Monaten fertiggestellt werden, sagte Geschäftsführer Kelcy Warren. Über Monate hinweg waren die abschliessenden Bauarbeiten an dem insgesamt 3,8 Milliarden Dollar teuren Projekt zum Erliegen gekommen, weil der vor Ort ansässige Stamm der Standing Rock Sioux heftigen Protest geleistet hatte.

Trump ordnet Weiterbau an

Ein von US-Präsident Donald Trump verordnetes Dekret brachte nun im Streit die entscheidende Wende. Er hatte den Korps der Armee-Ingenieure damit aufgefordert, den Weiterbau schneller voranzutreiben. Eine auf zwei Jahre angesetzte Studie zur Untersuchung der Region und des Bauprojekts wurde damit gestoppt.

«Jetzt müssen wir alle zusammenarbeiten, damit das Projekt sicher fertiggestellt wird und so wenig Störung wie möglich in der Gemeinschaft entsteht», sagte der republikanische Senator John Hoeven aus North Dakota in einer Reaktion auf die Genehmigung. «Dies war ein sehr schwieriges Thema für jeden, der in der Region lebt und arbeitet.»

Trinkwasser gefährdet

Die Mitglieder des Stammes Standing Rock und ihre Unterstützer hatten monatelang demonstriert, weil sie unter anderem befürchteten, dass ihr Trinkwasser durch ein mögliches Leck der Pipeline verschmutzt werden könnte. Die Baufirma betonte hingegen, die Leitung sei sicher.

Am Mittwoch fanden landesweit Proteste gegen die Pipeline statt. Organisatoren erwarteten Hunderte Teilnehmer. «Heute beginnt die nächste Phase des Massenwiderstands gegen Donald Trump», sagte Dallas Goldtooth, der Chef eines indigenen Umweltnetzwerks. «Das ist unser Land, unser Wasser, unsere Gesundheit und unsere Kultur, die in Gefahr sind. Wenn Donald Trump denkt, dass wir das alles ohne Kampf aufgeben, liegt er falsch.»

Der Stamm Standing Rock hat angekündigt, den Protest auch nach der Fertigstellung des Baus fortzusetzen. Zudem will er die Auseinandersetzung weiter vor Gericht austragen.

(dapd)

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