Zum Hauptinhalt springen

Baltimore beruhigt sich

Der Tod von Freddie Gray löste in Baltimore Proteste und Randalen aus. Nun befindet sich die US-Stadt auf dem Weg zur Normalität: Das Ausgehverbot wird aufgehoben, die Nationalgarde zieht ab.

Gemeinsam beten: Ein Schwarzer und ein Weisser halten sich die Hände. (3. Mai 2015)
Gemeinsam beten: Ein Schwarzer und ein Weisser halten sich die Hände. (3. Mai 2015)
Andrew Burton, AFP

Die US-Stadt Baltimore kehrt nach den tagelangen Protesten allmählich zur Normalität zurück. Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake hob am Sonntag das seit den Unruhen vom vergangenen Montag geltende Ausgehverbot auf und ermöglichte ihren Bürgern damit wieder den Besuch abendlicher Veranstaltungen, Restaurants und anderer Aktivitäten. Sie wolle das Verbot nicht länger als nötig aufrechterhalten, sagte sie.

Der Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, kündigte an, die nach den Unruhen nach Baltimore entsandten 3000 Nationalgardisten und 1000 Polizisten würden in den nächsten Tagen abgezogen. «Als ich Montagabend in die Stadt kam, stand sie in Flammen», sagte Hogan.

«Wir denken, es ist an der Zeit, die Kommune zur Normalität zurückkehren zu lassen.»

Larry Hogan

Nach der Entspannung der Lage kamen Hunderte Menschen nahe dem Rathaus der US-Stadt zusammen, um für Gerechtigkeit zu beten und zu singen. Die von Glaubensführern organisierte Kundgebung fand am Sonntagnachmittag kurz nach Aufhebung der geltenden Ausgangssperre sowie der Ankündigung Hogans statt.

Beten für mehr Gerechtigkeit: Bürger Baltimores kommen nach der Aufhebung des Ausgehverbots vor dem Rathaus zusammen. (3. Mai 2015) Bild: Keystone / David Goldmann
Beten für mehr Gerechtigkeit: Bürger Baltimores kommen nach der Aufhebung des Ausgehverbots vor dem Rathaus zusammen. (3. Mai 2015) Bild: Keystone / David Goldmann

Die Massnahmen waren ergriffen worden, nachdem die Proteste gegen den Tod des Schwarzen Freddie Gray teilweise in Gewalt umgeschlagen waren.

In Polizeigewahrsam gestorben

Gray war am 19. April an Verletzungen gestorben, die er sich eine Woche zuvor in Polizeigewahrsam zugezogen haben soll. Seit der Ankündigung der Staatsanwaltschaft, sechs beteiligte Polizisten anzuklagen, hat sich die Lage in Baltimore sichtlich beruhigt.

Unter der leuchtenden Nachmittagssonne sagte die Pastorin Lisa Weah, die Botschaft der Gleichheit und Gerechtigkeit für alle dürfe nicht verloren gehen. «Unser Gebet ist, dass Baltimore ein Vorbild für den Rest der Nation wird.»

Protestanführer Jamal Bryant kritisierte US-Präsident Barack Obama und Bürgermeisterin Rawlings-Blake dafür, dass beide die Randalierer in der Stadt als «Rowdys» bezeichnet haben.

«In einem Jahr werden dieselben Kinder, die Rowdys genannt wurden, registrierte Wähler sein.»

Jamal Bryant

Er forderte zudem, dass die Menge keine Pause einlegen dürfe, bis die beteiligten Polizisten «ihre blauen Uniformen gegen orangene Uniformen eingetauscht haben». Er spielte damit auf die Farbe der Gefängnis-Overalls an, die in den USA üblich sind.

Die Polizei von Baltimore gab am Sonntag bekannt, dass es seit den Unruhen vom 23. April zu insgesamt 486 Festnahmen gekommen sei. 113 Polizisten seien bei Einsätzen verletzt worden. 46 Personen wurden allein in der letzten Nacht festgesetzt, in der das Ausgehverbot galt, wie Sprecher Eric Kowalczyk berichtete. Wie schwer die Verletzungen der Beamten gewesen seien, sagte er nicht.

Staatsanwältin Marilyn Mosby hatte am Freitag mitgeteilt, sie klage die sechs an der Festnahme von Gray beteiligten Polizisten wegen schwerer Straftaten von bedingtem Mord bis Körperverletzung und Freiheitsberaubung an.

SDA/pst

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch