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Aussenseiter fürs Weisse Haus

Nicht nur Clinton und Trump: Auch Grüne und Libertarier wollen im US-Präsidentschaftswahlkampf mitmischen.

Libertarier Gary Johnson an einer Rede in Pasadena, Kalifornien. (25. Juni 2016)
Libertarier Gary Johnson an einer Rede in Pasadena, Kalifornien. (25. Juni 2016)
Patrick T. Fallon, Reuters

Alle reden von Hillary Clinton und Donald Trump, obschon sich zwei weitere ernsthafte Kandidaten um die amerikanische Präsidentschaft bewerben: Der Libertarier Gary Johnson sowie die grüne Kandidatin Jill Stein. Chancen haben beide nicht, im Extremfall aber könnten sie das Wahlergebnis zugunsten Trumps oder Clintons verschieben.

Besonders die Libertarier segeln im Aufwind, beliebt vornehmlich bei jüngeren Republikanern, die nichts mit Trump anfangen können und bei den parteiinternen Vorwahlen Senator Rand Paul, einen republikanischen Libertarier, favorisierten. Die Libertarier werden in sämtlichen Bundesstaaten auf dem Wahlschein vertreten sein, derzeit liegt Johnson laut Umfragen knapp unter zehn Prozent.

Legt er nochmals zu, könnte der Ex-Gouverneur New Mexicos die zur Teilnahme an den TV-Präsidentschaftsdebatten nötigen 15 Prozent erreichen. Attraktiv für viele Wähler macht die Libertarier ihre strikt anti-interventionistische Aussenpolitik sowie die von der Partei angestrebte Legalisierung vieler Drogen.

Alternative für Demokraten

Die amerikanischen Grünen sind schwächer und erreichen bei Umfragen rund sechs Prozent. Ihre Präsidentschaftskandidatin Jill Stein, eine Ärztin, verspricht ein nationalisiertes Gesundheitswesen, einen erheblich höheren Mindestlohn, eine Schuldentilgung für Studenten sowie eine Reihe umweltschützender Massnahmen.

Die Partei versteht sich als Alternative für Demokraten, denen Hillary Clinton als zu wirtschaftsfreundlich und politisch konturlos erscheint. Besonders werben die Grünen um Anhänger des linken Senators Bernie Sanders, der Clinton bei den demokratischen Vorwahlen unterlag. Hatte Stein bei der Präsidentschaftswahl 2012 nicht einmal ein Prozent der Wähler hinter sich, so erhoffen die Grünen diesmal ein stark verbessertes Ergebnis.

Allerdings ist die Partei derzeit lediglich in 21 Bundesstaaten auf dem Wahlschein, auch schrumpfte bei vergangenen Wahlen ihr Wähleranteil, je näher der Wahltag rückte. So sprachen sich laut Umfragen bei der Präsidentschaftswahl 2000 noch im Oktober rund sechs Prozent der Befragten für den grünen Kandidaten und Verbraucheranwalt Ralph Nader aus, am Wahltag im November aber waren es nur noch 2.7 Prozent. Ein Viererrennen zuletzt 1948

Die demokratische Parteizentrale hofft, dass sich abwanderungswillige Wähler angesichts der Gefahr einer Trump-Präsidentschaft spätestens im Herbst hinter Hillary Clinton stellen werden, und verweist zudem auf die Wahl 2000. Damals verlor der demokratische Kandidat Al Gore, weil Nader in den Staaten Florida und New Hampshire genug demokratische Stimmen anzog, um beide Staaten ins Lager des Republikaners George W. Bush zu befördern.

Ein Viererrennen um die amerikanische Präsidentschaft hatte es zuletzt 1948 gegeben, als neben dem Demokraten und späteren Sieger Harry Truman sowie dem Republikaner Thomas Dewey der Rassist Strom Thurmond im Süden mit seiner «States Rights Party» und Franklin Roosevelts Vizepräsident Henry Wallace auf der Linken mit der «Progressive Party» um Wähler warben. Beide Kandidaten blieben hinter den Erwartungen zurück und mussten sich am Wahltag mit jeweils 2.4 Pozent der Stimmen begnügen.

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