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Anwalt Brafman: Der Sex war freiwillig

Das Zimmermädchen, das Dominique Strauss-Kahn der versuchten Vergewaltigung beschuldigt, hat dem Sex zugestimmt. Das sagt der Anwalt des IWF-Chefs. Diese Verteidigungsstrategie wurde erwartet.

Kann wieder lachen: Strauss-Kahn als freier Mann auf den Strassen New Yorks. (25. August 2011)
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Reuters
Feierte seine Entlassung aus dem Hausarrest: Dominique Strauss-Kahn verlässt das Restaurant Scalinatella in Manhatten. (1. Juli 2011)
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Reuters
Wie im Film: Die Crime Scene Unit ermittelt im Hotel. (15. Mai 2011)
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Anwalt Ben Brafman erklärte, die Ergebnisse der forensischen Untersuchung belegten, dass die Hotelangestellte nicht zum Sex gezwungen worden sei. Angesichts dessen, was bisher herausgefunden worden sei, sei es ziemlich wahrscheinlich, dass der IWF-Chef letztendlich entlastet werde. Bereits gestern hatte Strauss-Kahns Anwalt bei einer Anhörung gesagt, dass die Beweise «im Widerspruch zu einem erzwungenen Treffen» stehen würden, ohne allerdings den Punkt weiter auszuführen.

Der New Yorker Strafverteidiger Evan Barr hat in der Zeitung «Le Figaro» genau dieses Szenario erwartet. Die Verteidigung könnte sich auch auf den Standpunkt stellen, dass das Verhalten des Angeklagten von der Frau falsch interpretiert worden sei. «Er hat eine Charme-Nummer abgezogen, und sie hat ihn falsch verstanden», könnte es im Plädoyer heissen.

Bruder des Opfers meldet sich zu Wort

Die Anklage beruft sich dagegen auf eine rechtsmedizinische Untersuchung des mutmasslichen Opfers, die auf einen sexuellen Übergriff hindeute. Das 32-jährige Zimmermädchen hat nach Angaben ihres mutmasslichen Bruders am Samstag in Tränen aufgelöst von den Vorfällen in der New Yorker Hotelsuite erzählt.

Ein Mann aus Guinea, der sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP als der Bruder der Frau bezeichnete, sagte, diese habe ihn am Samstagnachmittag angerufen und «gar nicht mehr aufgehört zu weinen». Sie habe ihm erzählt, dass «etwas Schlimmes» passiert sei und sei «am Boden zerstört» gewesen, sagte er weiter.

Hoteldirektor zufrieden mit der Angestellten

Der 42-Jährige sagte weiter, seine Schwester arbeite seit drei Jahren in dem Hotel, in dem Strauss-Kahn sie am Samstagmittag angegriffen haben soll. Sie habe zudem eine Tochter und sei eine «gute Muslimin». Medienberichten zufolge stammt die 32-Jährige ebenfalls aus Guinea.

Der Direktor des Luxushotels Sofitel, Jorge Tito, hatte gestern AFP gesagt, das Hotel sei «vollkommen zufrieden mit der Arbeit und dem Auftreten» der Frau. Die Zeitungen «New York Post» und «New York Times» hatten Kollegen und Nachbarn mit den Worten zitiert, die Frau sei stets «sehr angenehm und sehr freundlich» gewesen. Demnach lebte sie im New Yorker Stadtteil Bronx.

Freitag ist Schicksalstag

Strauss-Kahn soll sich nach Aussage des 32-jährigen Zimmermädchens in seiner New Yorker Hotelsuite nackt auf die Frau gestürzt und zum Oralsex gezwungen haben. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) sitzt wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung, sexuellen Belästigung und weiterer Vergehen in New York in Untersuchungshaft.

Bis zum nächsten Anhörungstermin am Freitag wird der aussichtsreichste Kandidat für das französische Präsidentenamt bei den Wahlen im kommenden Jahr im Gefängnis von Rikers Island bleiben, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Ein Antrag auf Freilassung gegen eine Kaution von einer Million Dollar wurde am Montag vom Haftrichter wegen Fluchtgefahr abgelehnt.

dapd/ AFP/bru,jak

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