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Am liebsten niemand

Bloss nicht Hillary Clinton, aber noch schlimmer wäre Donald Trump: So könnte man die neusten Umfrage-Ergebnisse zusammenfassen.

Am besten, sie werfen sich gegenseitig aus dem Rennen: Viele Amerikaner hegen ein tiefes Misstrauen gegenüber den beiden Kandidaten, die hier von Schauspielern verkörpert werden.
Am besten, sie werfen sich gegenseitig aus dem Rennen: Viele Amerikaner hegen ein tiefes Misstrauen gegenüber den beiden Kandidaten, die hier von Schauspielern verkörpert werden.
Reuters

Kurz vor der ersten Fernsehdebatte zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump herrscht bei den Wählern grosses Misstrauen. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts GfK nannte mindestens die Hälfte beide Politiker unzivilisiert und wenig mitfühlend, wobei der Republikaner teilweise deutlich schlechter abschnitt als die Demokratin.

Hier die Themen und Ergebnisse im Einzelnen:

Wer kann die USA zusammenhalten?

Sowohl Trump als auch Clinton stossen bei den Wählern auf grosse Skepsis. Von den registrierten Wählern haben 61 Prozent keine gute Meinung von Trump. Clinton liegt mit 56 Prozent nur knapp dahinter.

Allerdings haben viele von Trump ein deutlich negativeres Bild als von Clinton. Fast drei Viertel meinen, dem Republikaner gingen Mitgefühl und zivilisiertes Auftreten völlig ab, und etwa 50 Prozent halten ihn für mehr oder weniger rassistisch. 60 Prozent finden, dass Trump die Durchschnittsamerikaner respektlos behandle. Selbst 40 Prozent derjenigen, die Trump wahrscheinlich wählen wollen, räumen ein, das Wort «mitfühlend» beschreibe ihn nicht zutreffend.

Clinton warfen insgesamt 21 Prozent mehr oder weniger grossen Rassismus vor, 50 Prozent hielten sie für wenigstens etwas zivilisiert, 42 Prozent bewerteten sie als mitfühlend, 48 Prozent befanden, ihr fehle es an Respekt für die durchschnittlichen US-Bürger.

Entsprechend gering war das Zutrauen in die Fähigkeiten der Kandidaten zur Versöhnung der gesellschaftlichen Gruppen. Nur 35 Prozent trauen Clinton zu, dass sie das Land einen kann, Trump hat mit 24 Prozent einen noch niedrigeren Wert. 35 Prozent der Befragten trauen dies keinem der Kandidaten zu.

Wo Clinton vorn liegt:

In der Gesundheitspolitik trauen die US-Wähler der früheren Aussenministerin und ehemaligen First Lady deutlich mehr zu als Trump. 42 Prozent vertrauen ihr bei diesem Thema, Trump kommt nur auf 29 Prozent. Noch grösser ist der Abstand bei den Beziehungen zwischen den ethnischen Bevölkerungsgruppen - hier führt Clinton mit 48 zu 20 Prozent. Auf die Frage, wer besser mit Russland verhandeln könne, nannten 40 Prozent Clinton und 33 Prozent Trump.

Knapper sieht es bei der Benennung von Kandidaten für das Oberste Gericht aus, die in den USA das Staatsoberhaupt vorschlägt. Hier trauen 39 Prozent der Befragten Clinton eine gute Entscheidung zu, Trump bringt es auf 34 Prozent. Beim Thema internationale Handelsbeziehungen halten 40 Prozent Clinton für vertrauenswürdig, Trump erreicht 34 Prozent. Im Umgang mit dem Kongress vertrauen 42 Prozent der Befragten der früheren Senatorin Clinton, Trump nur 27 Prozent.

In der Zuwanderungspolitik geben 42 Prozent Clinton den Vorzug verglichen mit 38 Prozent für Trump. Hier zeigt sich zudem ein wichtiger Unterschied zwischen den Anhängern der beiden Spitzenkandidaten: 79 Prozent der Parteigänger Trumps nannten die Zuwanderung ein ausserordentlich wichtiges Thema. Unter Clintons Anhängern dachten nur 51 Prozent so.

Trumps Trümpfe:

Die US-Waffengesetze sehen 39 Prozent der Befragten bei Trump besser aufgehoben als bei Clinton. Die Demokratin kommt hier auf 35 Prozent. Auch in der Frage, wer die US-Wirtschaft am besten auf Trab bringt, erreicht der Immobilienunternehmer die besseren Werte. Allgemein trauen ihm in Wirtschaftsfragen 39 Prozent mehr zu als Clinton, die auf 38 Prozent kommt. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze führt er mit 39 zu 35 Prozent.

Dieser Vorsprung ist zwar knapp, aber wichtig, weil 92 Prozent der Wähler die Wirtschaftssituation für ausserordentlich bedeutsam halten, weit vor den Themen Terrordrohung, Aussenpolitik und Zuwanderung, die allgemein von 70, 68 beziehungsweise 60 Prozent genannt wurden. Insgesamt halten 55 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Situation der USA für eher schlecht und 45 Prozent für eher gut. Bei der Einschätzung ihrer persönlichen finanziellen Situation zeichneten die Befragten ein entgegengesetztes Bild: 66 Prozent hielten sie für gut, 34 Prozent für schlecht.

Wer kann für Sicherheit sorgen?

Obwohl Trump das Thema nationale Sicherheit mit radikalen Forderungen beackert wie etwa einem generellen Einreiseverbot für Muslime, hat er in den Augen der Wähler in dieser Frage keinen Kompetenzvorsprung. 40 Prozent von ihnen glauben, Clinton könne die USA am besten schützen, nur 37 Prozent trauen Trump hier mehr zu. Im Kampf gegen Terrordrohungen der Terrormiliz Islamischer Staat liegen die Kandidaten mit je 38 Prozent gleichauf. Wenn es um das weltweite Ansehen der Vereinigten Staaten geht, würden sich 47 Prozent am liebsten von Clinton vertreten lassen, 27 Prozent hielten Trump für den besseren Werbeträger.

Auch hier setzen die Anhänger von Republikanern und Demokraten unterschiedliche Schwerpunkte: 87 Prozent der Trump-Anhänger betrachten die Abwehr der IS-Terrordrohungen als extrem wichtig. Unter Clintons Demokraten waren es 65 Prozent. Das Ansehen der USA im Ausland hielten beide Lager mit um die 70 Prozent in etwa für gleich wichtig.

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