Wie zwei Frauen den Fall Kavanaugh beeinflussten

Der republikanische Senator Jeff Flake wurde in einem Lift zur Rede gestellt. Danach erzwang er eine FBI-Untersuchung gegen den Richterkandidaten.

Die Szene mit den zwei Frauen, die Jeff Flake im Lift bedrängen und mit ihren Argumenten offenbar überzeugen konnten. (J.D. Durkin/Cheddar via Storyful )

Der Justizausschuss des US-Senats stimmte am Freitag dafür, dem Senat eine Berufung Brett Kavanaughs an das höchste US-Gericht zu empfehlen. Der komplette Senat muss endgültig über die Personalie entscheiden.

Im Justizausschuss des US-Senats sitzen elf Republikaner und zehn Demokraten. Die demokratischen Senatoren stimmten dort geschlossen gegen Kavanaugh. Die Republikaner wiederum stellten sich alle hinter den Richter. Auch republikanische Senator Jeff Flake, der zuvor als möglicher Abweichler in den Reihen der Republikaner gegolten hatte, schloss sich der Linie seiner Parteikollegen an.

Kurz vor der Abstimmung erklärte er aber überraschend, er werbe sehr dafür, die finale Abstimmung im Senat so lange abzuwarten, bis das FBI den Fall untersucht habe. Dies solle nicht länger als eine Woche dauern.

In einem Lift bedrängt

Für den Meinungsumschwung beim Senator sollen offenbar zwei Frauen verantwortlich sein. Zwei Demonstrantinnen – nach eigenen Angaben selbst Missbrauchsopfer – hatten Flake am Freitagmorgen im Senatsgebäude in einem Lift auf eindringliche Weise kritisiert, nachdem er ein Ja zu Kavanaughs Kandidatur angekündigt hatte. Er erlaube jemanden das höchste Richteramt zu erreichen, der nicht gewillt sei, Verantwortung für seine früheren Handlungen zu übernehmen.

Auch andere Personen forderten Flake dazu auf, seine Meinung nochmals zu überdenken. «Sie können heute ein Held sein», ist in einem Video zu hören, dass den bedrängten Senator im Lift zeigt. Und ein Mann ruft: «Wieso warten Sie nicht die Untersuchung ab, das schadet nicht.»

Auch Trump ordnet Untersuchung an

Sein Plädoyer für eine zusätzliche Untersuchung der Vorwürfe begründete er danach damit, dass man den Anschuldigungen konsequent nachgehen müsse. Die Führung der Republikaner willigte daraufhin ein, dem FBI Zeit für eine Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe gegen den Juristen zu geben. Der Justizausschuss des Senats räumte dafür eine Woche ein.

Danach ordnete auch US-Präsident Donald Trump eine Untersuchung der Vorwürfe gegen den Richter durch das FBI an, wie das Weisse Haus mitteilte. Diese zusätzliche FBI-Analyse solle ebenfalls binnen einer Woche abgeschlossen sein und einen limitierten Fokus auf die erhobenen Vorwürfe haben.

anf/sda/afp

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt