So verbringt Trump seine Amtszeit

Der Terminplan des US-Präsidenten ist durchgesickert – und wurde mit denen seiner Vorgänger verglichen.

Der typische Arbeitstag von Donald Trump ist nicht gerade durch Terminstress gekennzeichnet. (31. Januar 2019)

Der typische Arbeitstag von Donald Trump ist nicht gerade durch Terminstress gekennzeichnet. (31. Januar 2019)

(Bild: AFP Brendan Smialowski)

Morgens hat der mächtigste Mann der Welt üblicherweise viel Zeit für das Frühstück, Twittern und Verfolgen von Nachrichtensendungen. Erst gegen 11.00 Uhr oder sogar später steht dann der erste offizielle Termin an. Und am Nachmittag hat der US-Präsident Donald Trump nochmals Luft für mehr oder minder spontane Aktivitäten.

Dokumentiert wird dieser übliche Tagesablauf in Trumps vertraulichem Kalender für die vergangenen drei Monate, den die US-Website «Axios» am Wochenende veröffentlichte. Demnach wurden ganze 60 Prozent der Arbeitszeit des Präsidenten als «Exekutivzeit» eingestuft. Dies sind Phasen ohne durchstrukturierte Abläufe und Termine.

Den Eindruck, dass der Präsident in diesen Phasen nicht wirklich arbeitet, wies das Weisse Haus jedoch vehement zurück. Die veröffentlichten Dokumente zeigten nicht «die hunderten Telefonate und Treffen», mit denen Trump tagtäglich beschäftigt sei, schrieb seine persönliche Sekretärin Madeleine Westerhout im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dieser Präsident arbeite «härter für das amerikanische Volk als irgendeiner in der jüngsten Geschichte», beteuerte sie.

Bei Trumps Vorgängern reihten sich die offiziellen Termine allerdings üblicherweise dicht aneinander. Hingegen standen etwa in Trumps offiziellem Programm für diesen Montag nur zwei Termine: für 11.45 Uhr das routinemässige Briefing durch die Geheimdienste, für 12.45 Uhr ein Mittagessen mit Vizepräsident Mike Pence.

Trumps Planung ähnelt der von Clinton am meisten

Um Unterschiede zu seinen Vorgängern zu evaluieren, sprach «Axios» mit ehemaligen Mitarbeitern der Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton. Das Fazit: Mit Bush hatte Trump punkto Zeitmanagement am wenigsten Gemeinsamkeiten.

Bushs Terminplan war eng geplant und für Monate ausgebucht. Bush wachte jeweils gegen 5.15 Uhr auf, trank Kaffee mit seiner Frau Laura und begab sich um 6.45 Uhr zum Oval Office. Seine erste Besprechung hatte Bush um 8.15 Uhr. Gegen 17.30 oder 18 Uhr endete Bushs Arbeitstag. Um 21 Uhr begab er sich ins Bett und las ein Buch.

Ähnlich diszipliniert wie Bush war Obama: Aber im Gegensatz zu Bush blieb dieser länger wach, um zu lesen. Trumps Vorgänger hatte in der Regel sechs Besprechungen pro Tag. Obama kam normalerweise gegen 9 Uhr morgens ins Oval Office und brach gegen 18 oder 18:30 Uhr zum Abendessen mit der First Lady und seinen Töchtern auf.

Etwa drei Abende pro Woche besuchte Obama Veranstaltungen und etwa drei Mal im Monat standen Inlandreisen auf dem Programm.

Wo steckt Clinton?

Trumps Terminplanung ähnelte der von Bill Clinton am meisten, schlussfolgert der Historiker Chris Whipple. Clinton sei süchtig nach Begegnungen mit Supportern gewesen; Hände schütteln hier, plaudern und Fotos machen dort. Zudem sei er undiszipliniert und chronisch verspätet gewesen. Man habe sogar eine Studie namens «Time and Motion» (Zeit und Bewegung) durchgeführt, um herauszufinden, wo Clinton seine Zeit verbrachte.

Doch Clinton sei während seiner Amtszeit gereift; seine Tage im Oval Office begannen üblicherweise um 9 Uhr. Einmal im Oval Office angekommen, habe Clinton den Tag dort verbracht und bis in den Abend hinein gearbeitet.

nag/AFP

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