Nicolás Maduro warnt vor Bürgerkrieg

Venezuelas Staatschef schliesst einen bewaffneten Konflikt im Land nicht aus. Das heute ablaufende europäische Ultimatum weist er energisch zurück.

Gibt die Macht nicht freiwillig ab: Nicolas Maduro und seine Gattin Cilia Flores begrüssen ihre Anhänger in Caracas. (2. Februar 2019)

Gibt die Macht nicht freiwillig ab: Nicolas Maduro und seine Gattin Cilia Flores begrüssen ihre Anhänger in Caracas. (2. Februar 2019)

(Bild: Keystone Ariana Cubillos (AP))

Im Machtkampf gegen den selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó hat Nicolás Maduro den Ausdruck «Bürgerkrieg» im südamerikanischen Land erwähnt. Niemand könne heute mit Sicherheit sagen, wie gross die Wahrscheinlichkeit eines Bürgerkriegs sei, erklärte der Staatschef Venezuelas im Interview des spanischen Fernsehsenders La Sexta. «Alles hängt vom Grad der Verrücktheit und der Aggressivität des Imperiums des Nordens (USA) und von dessen westlichen Verbündeten ab», sagte er.

Der linksnationalistische Politiker betonte: «Wir leben einfach in unserem Land und verlangen, dass sich niemand in unsere internen Angelegenheiten einmischt. Und wir bereiten uns darauf vor, unser Land zu verteidigen.»

In den Fabriken, in den Universitäten und in verschiedenen anderen Bereichen sei «das Volk dabei, sich (zum Schutz der Regierung) zu bewaffnen», betonte Maduro. Es handle sich um «Milicianos», die militärisches Training absolviert hätten.

«Werden Venezuela nicht hergeben»

Interviewer Jordi Évole, einer der angesehensten TV-Journalisten Spaniens, sagte dem Staatschef: «Das, was Sie sagen, macht mir Angst, Herr Maduro.» «Wirklich? Mir nicht. Wir werden Venezuela nicht hergeben», antwortete der Machthaber.

Video: Grosse Demonstrationen in Venezuela

Die Grosskundgebungen von Regierungsanhängern und der Opposition haben am Samstag begonnen. (Video: AFP)

US-Präsident Donald Trump habe ja die militärische Option auf dem Tisch. «Was soll ein Land da machen? Sich ergeben?», fragte Maduro. Es gebe eine Kampagne, um Venezuela «als Monster, als Diktatur darzustellen.»

Ultimatum zurückgewiesen

Das am Sonntag ablaufende Ultimatum von sieben EU-Staaten wies Maduro energisch zurück. «Wir akzeptieren von niemanden Ultimaten!». Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Grossbritannien, die Niederlande und Belgien wollen Guaidó als legitimen Übergangsstaatschef anerkennen, falls Maduro keine freie Präsidentenwahl ausruft. «Das ist so, als ob ich der EU sagen würde: ‹Ich gebe Euch sieben Tage Zeit, um die Republik von Katalonien anzuerkennen, oder ich ergreife Massnahmen›. Die internationale Politik könne nicht auf Ultimaten basieren.

Das Interview wurde nach Angaben von La Sexta am Freitag geführt. Es sollte am späten Sonntagabend ausgestrahlt werden. Auszüge wurden am Sonntag in verschiedenen Medien veröffentlicht.

fal/sda

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