Nasa stoppt Zusammenarbeit mit Moskau

Der Krimkonflikt hat Auswirkungen bis in den Weltraum, die US-Raumfahrtbehörde wendet sich von Russland ab – mit einer Ausnahme.

USA bleiben abhängig: Eine Sojus bringt auch US-Astronauten zur Internationalen Raumstation. (26. März 2014)

USA bleiben abhängig: Eine Sojus bringt auch US-Astronauten zur Internationalen Raumstation. (26. März 2014)

(Bild: Keystone)

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat einem Bericht zufolge die Beziehungen zu Russland ausgesetzt – mit Ausnahme der Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation ISS. Wie das Online-Nachrichtenportal The Verge am Mittwoch unter Berufung auf ein internes Nasa-Papier berichtete, sind Nasa-Beschäftigten Reisen nach Russland untersagt, ebenso dürfen Russen keine Nasa-Einrichtungen besuchen. Ausserdem werden E-Mail-Kontakte sowie Telefon- und Videokonferenzen eingefroren.

In dem online veröffentlichten Papier heisst es: «Angesichts Russlands andauernder Verletzung der ukrainischen Souveränität und territorialen Unversehrtheit hat die US-Regierung bis auf weiteres entschieden, alle Nasa-Kontakte zu russischen Regierungsvertretern auszusetzen» – abgesehen von ausdrücklich genannten Ausnahmen.

USA auf Russland angewiesen

Noch vor wenigen Tagen hatte Nasa-Chef Charles Bolden vor dem US-Kongress sein Vertrauen in die Raumfahrt-Partnerschaft zwischen den USA und Russland bekräftigt. Seit dem letzten Flug eines Space Shuttles im Sommer 2011 sind die USA für bemannte Flüge zur ISS auf die russischen Sojus-Kapseln angewiesen.

Pro Reise zahlt die Nasa gut 70 Millionen Dollar an Russland. Die neue US-Raumkapsel Orion wird erst in einiger Zeit voll einsatzbereit sein. Ein erster Testflug ist später in diesem Jahr geplant.

Nato will mit Ukraine zusammenarbeiten

Die Russische Föderation hatte nach dem Umsturz in der Ukraine Ende Februar die Schwarzmeerhalbinsel Krim in ihr Staatsgebiet eingegliedert. Zudem zog Moskau Soldaten an der Westgrenze zur Ukraine zusammen. Die Nato setzte diese Woche die praktische Zusammenarbeit mit Moskau aus.

Zugleich will die transatlantische Militärarallianz nach Angaben von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen enger mit der Ukraine zusammenarbeiten. Nachbarländer der Ukraine wie Bulgarien, Ungarn, Rumänien und die Slowakei sind bereits Mitglieder der Nato, die Ukraine noch nicht.

chk/AFP

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