Joshua Trump hasst seinen Nachnamen

Für die Schule verwendet der Sechstklässler den Nachnamen seiner Mutter. Der Präsident hat Mitleid und lädt ihn ein zu seiner Rede zur Lage der Nation.

Ist nicht mit dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten verwandt: Joshua Trump.

Ist nicht mit dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten verwandt: Joshua Trump.

(Bild: AFP The White House)

Mit Joshua Trump hat US-Präsident Donald Trump einen jungen Namensvetter zu seiner Rede zur Lage der Nation eingeladen – weil der Junge wegen seines Nachnamens in der Schule gemobbt werde. Der Sechstklässer aus Wilmington im US-Bundesstaat Delaware möge Naturwissenschaften, Kunst und Geschichte, schreibt das Weisse Haus in einem Kurzporträt des Jungen.

Er liebe ausserdem Tiere und wolle sich später auch beruflich mit Tieren beschäftigen. Sein «Held und bester Freund» sei sein Onkel Cody, der in der US-Luftwaffe dient. «Leider ist Joshua wegen seines Nachnamens in der Schule gemobbt worden», heisst es dann in der Beschreibung des Weissen Hauses. «Er ist der First Lady und der Familie Trump für ihre Unterstützung dankbar.»

Unterricht bei den Eltern

Joshua Trump ist nicht mit dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten verwandt. Vor einigen Wochen hatte er seine Lehrer gebeten, im Unterricht den Nachnamen seiner Mutter Meghan Berto tragen zu dürfen. Schon vor Donald Trumps Einzug ins Weisse Haus Anfang 2017 war Joshua immer wieder von Mitschülern gehänselt worden. Seine Eltern unterrichteten ihn daher ein Jahr zuhause.

Nachdem er an eine öffentliche Schule zurückkehrte, setzte auch das Mobbing wieder ein. Gegenüber dem Sender WPVI sagte seine Mutter, dass Joshua sich und seinen Nachnamen hasste und dass er so nicht mehr weiterleben wolle. Mehrere Mitschüler wurden mittlerweile bestraft, trotzdem geht Joshua vorerst weiter unter dem Namen seiner Mutter zur Schule.

First Lady Melania Trump hatte sich in einem früheren Interview mit dem Sender ABC als die «schikanierteste Person» der Welt bezeichnet. Damit antwortete sie auf die Frage, weshalb sie sich unter anderem gegen Cyber-Mobbing einsetzt.

Weitere Einladungen

Der Präsident hält am Dienstagabend vor dem US-Kongress seine mit Spannung erwartete Rede zur Lage der Nation. Der Präsident, die First Lady und die Kongressmitglieder dürfen zu dieser Gelegenheit Gäste einladen – häufig beinhaltet die Auswahl eine explizite politische Botschaft.

So haben Trump und seine Ehefrau Melania auch Angehörige eines älteren Ehepaares eingeladen, das von einem illegalen Einwanderer getötet worden sein soll. Zu den Gästen gehört auch Judah Samt, der sowohl den Holocaust als auch das Massaker in der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh im letzten Jahr überlebt hat.

Der Präsident hält seine Rede inmitten des Streits mit den oppositionellen Demokraten um den US-Haushalt und den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Wegen der – inzwischen vorübergehend aufgehobenen – Haushaltssperre war die Rede um eine Woche verschoben worden.

nag/AFP

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