Am Golf von Mexiko darf wieder nach Öl gebohrt werden

Nach der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko hatte die US-Regierung ein Verbot von Tiefseebohrungen erlassen. Dieses wurde heute wieder aufgehoben. Der Druck der Wirtschaft war zu gross geworden.

Wegen der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko erliess die US-Regierung einen vorübergehenden Bohrstopp: Die Ölplattform Deepwater Horizon im Mai.

Wegen der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko erliess die US-Regierung einen vorübergehenden Bohrstopp: Die Ölplattform Deepwater Horizon im Mai.

(Bild: Reuters)

Fast sechs Monate nach Ausbruch der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko haben die USA das Verbot von Öl-Tiefseebohrungen wieder aufgehoben. Es seien neue Regelungen erlassen worden, die das Risiko solcher Bohrungen vermindern, begründete Innenminister Ken Salazar die Aufhebung des Moratoriums.

Es gebe «entscheidende Fortschritte, die mit Tiefseebohrungen verbundenen Gefahren zu reduzieren», sagte Salazar am Dienstag. «Die Öl- und Gasindustrie wird unter strengeren Regeln und unter strengerer Aufsicht arbeiten», sagte er.

Erste Bohrerlaubnisse zum Jahresende

Wegen dieser neuen Regeln gehen die Behörden nicht davon aus, dass bereits in Kürze neue Tiefseebohrungen gestartet werden. Die Industrie brauche Zeit, sich auf diese neuen Regeln einzustellen. «Das wird sicherlich nicht morgen oder nächste Woche sein», meinte Michael Bromwich, Chef des Bureau of Ocean Energy Management. Er rechne damit, dass zum Jahresende erste Bohrerlaubnisse vergeben werden.

Die Regierung hatte kurz nach Beginn des Explosion auf der Ölplattform «Deepwater Horizon» am 20. April ein sechsmonatiges Moratorium verhängt. Zwar musste die Regierung zunächst Rückschläge in Kauf nehmen, weil Gerichte nach Einspruch der Ölindustrie das Moratorium beanstandet hatten. Darauf erliess die Regierung aber ein erneutes Verbot von Tiefseebohrungen.

Keine Erfahrungen mit Rettungsarbeiten

Bei dem Unfall der «Deepwater Horizon» war in rund 1500 Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel nach Öl gebohrt worden. Mehrere Anläufe, die Ölfontäne zu stoppen, scheiterten nicht zuletzt, weil die Experten nach eigenen Worte praktisch keine Erfahrungen mit Rettungsarbeiten in einer solchen Tiefe hatten.

Erst nach rund drei Monaten konnte der Ölfluss gestoppt werden, zwei Monate später gelang es, die Quelle endgültig zu versiegeln. Insgesamt waren 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer geflossen - mehr als jemals zuvor bei einer Ölkatastrophe. Weite Teile der US- Golfküste wurden verseucht, zeitweise war in einem Drittel der US- Küstengewässer der Fischfang verboten.

ske/sda/dapd

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