76'000 Flüchtlinge überschreiten im Februar US-Südgrenze

Der amerikanische Grenzschutz macht auf die kritische Lage aufmerksam – und untermauert die Politik von Donald Trump.

Völkerwanderung aus Not: Eine junge Familie aus Zentralamerika überquert illegal die amerikanisch-mexikanische Grenz bei El Chaparral. (Februar 2019)

Völkerwanderung aus Not: Eine junge Familie aus Zentralamerika überquert illegal die amerikanisch-mexikanische Grenz bei El Chaparral. (Februar 2019)

(Bild: Keystone Pedro Pardo)

Mehr als 76'000 Flüchtlinge und Migranten reisten im Februar ohne die nötigen Papiere über die Grenze von Mexiko in die USA ein. Das sind mehr als doppelt so viele wie im selben Monat des Vorjahres, wie aus einer am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Statistik des US-Grenzschutzes hervorgeht. «Wir stehen vor einer humanitären Krise und einer nationalen Sicherheitskrise entlang unserer Südwestgrenze», erklärte Behördenchef Kevin McAleenan in einer Mitteilung.

Die wachsende Zahl der Familien und Kinder, die in grösseren Gruppen und in entlegenen Gegenden über die Grenze kämen, stelle die Einrichtungen des Grenzschutzes sowie Nicht-Regierungsorganisationen vor eine «einzigartige Herausforderung», sagte McAleenan.

Familien und unbegleitete Kinder machen derzeit rund 60 Prozent aller Festnahmen an der Grenze aus. Die meisten Zuwanderer stammten aus den zentralamerikanischen Staaten Guatemala, Honduras und El Salvador. Sie fliehen vor Hunger und Gewalt in ihren Heimatländern.

Video: US-Grenzbeamte feuern mit Tränengas auf Migranten

Erneut haben Beamte an der Grenze zwischen Mexiko und den USA Tränengas gegen Migranten eingesetzt. (Video: Reuters)

Um den Anstieg zu bewältigen, hat der Grenzschutz nach eigenen Angaben zusätzliche medizinische Versorgung für die Menschen angeordnet, die von den Behörden festgehalten werden.

Trumps Mauer und der Notstand

Jüngst hatte es mehrere Todesfälle von Menschen im Gewahrsam des US-Grenzschutzes gegeben. Nach dem Tod zweier Kinder aus Guatemala im Dezember war im Februar ein 45 Jahre alter Mann aus Mexiko in der Obhut der Behörden gestorben.

US-Präsident Donald Trump will die Einwanderung über die Grenze zu Mexiko mit dem Bau einer Mauer stoppen. Zu deren Finanzierung hatte Trump im Februar den Nationalen Notstand ausgerufen. Im US-Senat deutet sich aber ein Mehrheitsvotum gegen den Notstand an, nachdem auch Senatoren von Trumps Republikanern Unterstützung für eine solche Resolution signalisiert hatten.

US-Medien werten den Anstieg als Zeichen dafür, dass die unter Trump verschärften Strafverfolgungsmassnahmen, die neuen Asylkontrollen und eine strengere Haftpolitik die Tausenden von Familien offenbar nicht davon abhalten, zu versuchen Gewalt und Armut zu entkommen.

fal/sda

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