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Nachwuchsstützpunkt in BaselAuf dem Weg zur nationalen Hochburg

Der stärkste Schweizer Beachvolleyball-Nachwuchs trainiert ab 2021 in Basel. « Beachvolleyball Uptown Basel» ist von Swiss Volley zum Nationalen Nachwuchsverein erklärt worden. Zentrale Figuren des Projekts werden Dori Hebeisen und Daniel Haussener sein.

Dori Hebeisen (auf dem Spielfeld) und Dani Haussener (am Spielrand) sollen Talente auf das nationale Zentrum in Bern vorbereiten.
Dori Hebeisen (auf dem Spielfeld) und Dani Haussener (am Spielrand) sollen Talente auf das nationale Zentrum in Bern vorbereiten.
Foto: Kostas Maros

Bei brütender Hitze wird an diesem Donnerstagnachmittag auf den Beachfeldern der St.-Jakobs-Sportanlagen gehechtet, gesprungen, geblockt und gepasst. Inmitten der schweissgebadeten jungen Athleten stehen die Trainer Dori Hebeisen und Erwin Sebestyen und leiten das Abschlusstraining für die tags darauf beginnenden Schweizer Beachvolleyball-Juniorenmeisterschaften in Luzern. Es wird an letzten Details gefeilt, die im Kampf um die Medaillen entscheidend sein könnten.

Die Korrekturen und Anweisungen haben sich gelohnt. Die rund 30-köpfige Delegation der beiden Basel holte sich am Ufer des Vierwaldstättersees in acht Konkurrenzen gleich vier Titel und neun Medaillen, womit die Region Basel klar am erfolgreichsten abschnitt. «Viermal Gold und insgesamt neun Podestplätze, das ist eine Superbilanz», bilanzierte Erfolgscoach Daniel Haussener gestern Abend hochzufrieden. Vor allem die vier Turniersiege durch die Nachwuchsduos Broch/Jordan, Bentele/Zobrist (beide U-21), Frauchiger/Peter (U-19) und Deecke/Hess (U-15) bedeuten einen weiteren Schritt auf dem Weg zur nationalen Vormachtstellung in der Sparte Beach. Mit den noch sehr jungen Anna Lutz, Yves Haussener und Florian Breer ist die Region Basel in drei von aktuell sieben Nationalteams vertreten und mit insgesamt (Frauen und Männer) zwölf Athleten in den nationalen Top 20.

Der steile Aufwärtstrend der letzten Jahre wird mit einem Label belohnt, den der Arlesheimer Verein «Beachvolleyball Uptown Basel» (BUB) vor kurzem erhalten hat. Der von Sm`Aesch-Co-Präsidentin Esther Keller und den beiden Volleyball-Trainerkoryphäen Haussener und Hebeisen geleitete Verein darf sich ab sofort «Nationaler Nachwuchsverein» (NNV) von Swiss Volley nennen. Was etwas technokratisch klingt, könnte für die Zukunft des Schweizer Beachvolleyballs einiges bedeuten.

Vielversprechende Perspektiven

«Der NNV ist nichts anderes als ein nationaler Nachwuchsstützpunkt, den es so bislang nicht gegeben hat. Das Ziel wird sein, die grössten nationalen Talente – vorläufig nur im Frauenbereich – im Alter von 16 bis 18 zu betreuen und sie auf den Eintritt ins nationale Beachcenter in Bern vorzubereiten», erklärt die frühere Spitzenbeacherin Hebeisen als zentrale Figur des Projekts. Dieses startet offiziell zwar erst nächstes Jahr, doch die Vorbereitungen wie Gespräche mit interessierten Spielerinnen aus der ganzen Schweiz sind bereits am Laufen.

Trainiert werden soll vorab an den Standorten Arlesheim und St.-Jakob-Sportanlagen. Haussener sagt dazu: «Durch unsere bisherige Arbeit im Beach-Nachwuchsbereich sind die Strukturen eigentlich schon vorhanden. Das Trainerteam Hebeisen/Sebestyen besteht ja schon und der Pool an Talenten aus der Region Basel auch. Man darf also behaupten, dass die Voraussetzungen für den NNV verheissungsvoll sind.» Was den Gründer der Talentschmiede Gym Leonhard selbst betrifft, wird er das Projekt insbesondere mit seinem Know-how und Netzwerk unterstützen. Letzteres wird vor allem deshalb vonnöten sein, weil die finanziellen Parameter noch zu bestimmen sind. Der Verband hat zwar das Label vergeben, mag indes keine eigenen Mittel beisteuern. Haussener und die administrative Leiterin Kati Durach geben sich gleichwohl zuversichtlich, die nötige Unterstützung zu finden.

Kreis schliesst sich

Mit dem Upgrade zum nationalen Projekt schliesst sich für das umtriebige Duo Hebeisen und Haussener auch ein Kreis. Vor 15 Jahren gründeten sie den Ausbildungsverein SC Gym Leonhard, mit dem sie an Juniorenmeisterschaften sowohl in der Halle wie im Sand Dutzende Medaillen sammelten. Auch weil der frühere Passeur des Schweizer Indoor-Nationalteams zuletzt krankheitshalber eine Auszeit nehmen musste, ging für die beiden die Ära Gym Leo im letzten Dezember zu Ende.

Anstelle des so erfolgreichen regionalen tritt nun also ein nationales Vorhaben. Es erstaunt nicht, dass auch Genugtuung zu hören ist, wenn Dori Hebeisen anmerkt: «Bei Swiss Volley sind sie also im Verlauf der Jahre doch auf unsere Arbeit in Basel aufmerksam geworden.» Die Chancen stehen gut, dass sich dies auch in nächster Zukunft nicht ändern wird.