Audienz im Seminar der Macht
Josph S. Nye ist der Doyen der amerikanischen Strategiewissenschaft. Ein Besuch bei dem Mann, der den Begriff soft power prägte, wirkt wie ein geopolitisches Beruhigungsmittel.

Kaum irgendwo sind sich Macht und Geist näher als hier: An der John F. Kennedy School of Government der amerikanischen Harvard-Universität wird eine global agierende Elite herangezogen, deren Angehörige scheinbar spielerisch hin- und herwechseln zwischen Diplomatie, Politik und dem akademischen Leben. Der frühere griechische Premier Georgios Papandreou und der mexikanische Ex-Präsident Felipe Calderón gehören genauso zu den Absolventen oder früheren Lehrern der Schule wie Samantha Power, die derzeitige UNO-Botschafterin der USA. Das oft bemühte Wort vom Elfenbeinturm als Ort weltfremder Geistigkeit, hier trifft es ganz und gar nicht zu.













