ABO+

Was von Freud bleibt

Die Psychoanalyse hat die Deutungshoheit über das Seelenleben verloren. Viele Thesen ihres Gründers sind widerlegt. Dabei geht vergessen, wie viel er erkannt und als Erster praktiziert hat.

Jean-Martin Büttner@Jemab

«Alles ist wieder da, nur ich nicht», sagte er, als er sein letztes Haus betrat. Der 82-Jährige war todkrank und wusste, dass ihm wenig Zeit zum Leben blieb. Ihm war auch klar, dass er in London bleiben und Wien nie mehr sehen würde, seine Stadt. ­Sigmund Freud und seine Familie waren im Herbst 1938 vor den Nationalsozialisten geflohen, im letzten Moment, Freud hatte die Gefahr unterschätzt; Antisemitismus hatte es in Wien lange vor Hitlers Einmarsch gegeben. Die Familie reiste mit dem Zug über Paris nach London. Nach einigen Wochen bezog sie ein bürgerliches Backsteinhaus mit Garten und Terrasse, Maresfield Gardens 20, es steht im ländlichen Stadtteil Hampstead, wo viele Künstler und Einwanderer lebten.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt