Die Basler Clubs feiern sich selbst

Das Clubfestival BScene sorgte auch dieses Jahr wieder für volle Hallen. Die BaZ begab sich auf einen Streifzug durch die vielen Konzerte.

  • loading indicator
Serkan Abrecht

Dem Basler Clubsterben hat sich die BScene deutlich entgegengesetzt. Tausende Besucher strömten in die Basler Clubs und hauchten dem Nachtleben für zwei Tage neuen Wind ein. Besonders die Kaserne zelebriert sich an diesem Freitag-Abend mit gefüllten Hallen selber. Startschuss dazu gab die Basler Band Wolfcups mit ihrem charismatischen Blues und Psychedelic Rock. Die junge Band, die in Eagles-Manie, die Sängerin ist die Drummerin, das 19. Clubfestival einläutet, locken kurz nach neun schon eine beträchtliche Anzahl von Zuschauern in den Rossstall.

Anders sieht es zeitgleich in der Reithalle der Kaserne aus, die während dem Gig von Amorph in den Startstunden des BScene eher kläglich gefüllt ist. Während nebenan im Parterre Sareena Overwater ihr keltisches Ständchen auch vor kleinem Publikum gab, füllte sich der Platz auf dem Kasernen-Areal und sorgte für riesige Schlangen vor dem Ticketstand. Das bevorstehende Konzert des israelischen Singer-Songwriter Asaf Avidan mit der einprägenden Falsettstimme war der grosse Publikumsmagnet.

Doch war es nicht Avidan, der für das erste «Full House» sorgte. Aus der Konzerthalle des Rosststalls hinaus bis an die Bar standen die Leute für das Konzert der jungen Indie-Band Space Tourists. Gefüllt war nicht nur der Saal, sondern auch die Bühne. Die Weltraumtouristen traten zu ihrem EP-Release am BScene mit einem Ensemble aus Streichern und Bläsern auf, was die Tontechniker sichtlich überfordete. Das Orchester war teilweise gar nicht oder sehr laut zu hören. Nicht überfordert war die junge Band aus Basel selbst, die sich unter tosendem Applaus der Menge profilieren konnte. Für Bassist Silas Gusset ist es der zweite Applaus am BScene. Er trat zuvor schon mit den Wolfcubs auf.

Cameos und der Adrenalinpegel

Durch die wild durcheinander quassendelnde Masse, drängten sich diejenigen die vom Rossstall in die Reithalle drängen wollten. Wer dann mit von Bier verklebten Schuhen vor der Bühne stand, wurde ein wenig enttäuscht. Asaf Avidan spielte vor brechend gefüllter Reithalle ohne grosse Interaktionen mit dem Publikum schnell seine Set-List durch und verschwand dann wieder im Backstage-Bereich. Für ein Gespräch mit der «normalen» Lokalpresse war Avidan nicht zu haben. Vor der Tür zu ihrem Backstage erklärte mir die Tourmangerin, notabene ihre erste Tournee die sie organisierte, dass Asaf Avidan nur an Interviews mit der «nationalen» Presse interessiert wäre. Anders ist es bei den verschwitzen Musiker der Basler Progressive Rock Band END, die den Freitag abschlossen. END rückten mit einer eigenen Licht-Crew an, die für monumentale Beleuchtung der Halle während des Konzertes sorgte. «Das war ein Riesenaufwand, aber für die BScene lohnt sich so etwas immer», sagte Frontmann Luca Daniel. «Der Andrenalinpegel stieg dann aber recht hoch, als wir bemerkten dass die Halle zum bersten voll war vor unserem Gig.»

Der Samstag war traditionsgemäss dem Hip-Hop gewidmet. Jedenfalls in der Kaserne. Im nahegelegenden SUD heizte die vom Doom-Metal geprägte Alternative Rock Band Last Leaf Down aus Laufen der Menge ein. Von harter Rockmusik beschallt wurden auch die Zuschauer im Hirscheneck von den Fricktaler Deaf 'n' Dumb, doch die Massen zog es an diesem warmen Samstagabend wieder in die Kaserne, wo die Zürcher Crew von Dabu Fantastic ihren ersten Gig am BScene sichtlich feierte. Doch es war nicht ihr erstes Basel-Konzert auf ihrer Tour für ihr Album «Hallo Hund».

Wenige Wochen zuvor bespielten Dabu Fantastic mit ihren ironischen und gesellschaftskritischen Texten eine gefüllte Lady Bar – und zwar gratis. «Das ist das Geniale an unserer Karriere. Wir können noch immer die kleinen und grossen Mengen bespielen. Sogar gratis, das macht mir nichts aus», sagte Frontmann Dabu Bucher. Obwohl Dabu Fantastic seit ihrem schweizweiten Erfolg beim grossen Label Sony unter Vertrag stehen, blieben sie ihrer Mischung aus Mundart Hip-Hop und Indie immer noch treu. «Manchmal sehnen wir sogar danach wieder die kleinen Massen zu bespielen.»

Den krönenden Abschluss des diesjährigen BScene-Festivals lieferten Schwellheim. Die Allschwiler luden noch zwei Gastmusiker mit auf die Bühne. Neben Dabu Bucher, der für einen Song noch einmal auf die Bühne trat, war auch Joël Gernet, aka Fetch von der Basler Rapgruppe Brandhärd, mit dabei. Weiterhin gut besucht und nach erfolgreichem Geschäftsgang wird es auch ein BScene 2016 geben. Auf ein erfolgreiches Festival stiessen dann die Organisatoren und Mitglieder der Bscene am frühen Sonntag an.

baz.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...