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Analyse zu den US-PräsidentschaftswahlenEin fatales Signal an alle Demokratien der Welt

Donald Trump verhielt sich in der Wahlnacht wie ein Autokrat. Das könnte Despoten weltweit zur Nachahmung ermuntern.

Mit der lateinischen Abkürzung «qed» für «quod erat demonstrandum», deutsch «was zu beweisen war», wird in der Mathematik eine Beweisführung abgeschlossen. Raum für Dispute und Debatten besteht dann keiner mehr. Für einmal lässt sich dieser Vorgang in der Politik anwenden: Donald Trump hat mitten in der amerikanischen Wahlnachtund damit im entscheidenden Momentbewiesen, dass er kein Demokrat ist. Und das mit mathematischer Klarheit, qed. Die Rede ist nicht von der politischen Partei Joe Bidens, sondern von der Demokratie als Staatsform.

Der von Fanfaren begleitete Auftritt müsste selbst seinen Anhängern und Apologeten zu denken geben. Bis zuletzt haben sie behauptet, dass es sich bei Trumps antidemokratischer Rhetorik bloss um Wahlkampfgetöse handelte. Doch der US-Präsident hat sich mit der Unverfrorenheit eines Autokraten zum Wahlsieger erklärt. Und das, obwohl Millionen von Wahlzetteln noch nicht berücksichtigt worden waren. Mehr noch: Er verlangte, dass die Zählung gestoppt werde, vor allem im umkämpften Rostgürtel, wo er zu jenem Zeitpunkt vorne lag. Falls das nicht geschehe, sei dies ein «massiver Betrug an unserer Nation». Dann kündigte er an, vor das Oberste US-Gericht zu ziehen. Natürlich wie immer, ohne Beweise vorzulegen.

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