Altersvorsorge muss transparent sein

Undurchsichtige Geschäfte bei Sammeleinrichtungen sind nicht akzeptabel.

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Bernhard Kislig@berrkii

Es geht um viel Geld. Um Vorsorge­kapital, das Angestellte während Jahrzehnten angespart haben und das sie nach der Pensionierung als Rente erhalten sollen. Bis es so weit ist, verwalten Vorsorgewerke die Ersparnisse. Diese Werke sind unterschiedlich organisiert. Aus einigen sind schwer durchschaubare Kolosse entstanden – Sammeleinrichtungen aus manchmal Tausenden kleiner Vorsorgewerke.

Dabei ist in den vergangenen Jahren vereinzelt die Transparenz auf der Strecke geblieben. Es ist richtig, dass die Oberaufsicht der Pensionskassen jetzt Alarm schlägt und mit einem Weisungsentwurf klare Verhältnisse schaffen will. Denn wenn es um die existenzsichernde Altersvorsorge geht, sind undurchsichtige Geschäfte nicht akzeptabel.

Gegen eine gezielte Vorgehensweise zum Schutz der Altersvorsorge gibt es wenig einzuwenden.

Der Verband Inter-Pension, der die Interessen von Sammeleinrichtungen vertritt, lehnt den Vorstoss in scharfem Ton ab. Im Wesentlichen wirft er der Oberaufsicht überbordende Bürokratie und Kompetenzüberschreitung vor. Der höhere administrative Aufwand liesse sich mit dem Weisungsentwurf tatsächlich nicht vermeiden. Doch erstens übertreibt Inter-Pension mit den dafür veranschlagten Kosten. Und zweitens wären nur jene Sammeleinrichtungen davon betroffen, die gewisse Kriterien nicht erfüllen. Die überwiegende Mehrzahl der transparenten Vorsorgewerke hätte nichts zu befürchten. Gegen eine gezielte Vorgehensweise zum Schutz der Altersvorsorge gibt es wenig einzuwenden.

Die Oberaufsicht muss aber vorsichtig sein, dass sie keine Kompetenzen überschreitet. Mit dem Weisungsentwurf legt diese ihren Aufgabenbereich in der Tat grosszügig aus. Doch sie steckt in der Zwickmühle: Unternimmt sie nichts, werden ihr Versäumnisse vorgeworfen, wenn ein Vorsorgewerk in Schieflage gerät. Wichtiger als eine Diskussion über Kompetenzüberschreitung und Bürokratie wäre, dass die involvierten Kreise endlich eine Problemlösung anpacken. Denn dass es bei Vorsorgewerken intransparente Konstrukte und fragwürdige Entwicklungen gibt, ist weitgehend unbestritten.

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