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Offener BriefAfroamerikaner fordern von Biden schwarze Vize-Präsidentin

Der Druck auf den designierten demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden wächst, bei der Nominierung seiner Running Mate auf eine nicht-weisse Frau zu setzen.

Wird er eine schwarze Frau zur Vize-Präsidentin machen? Joe Biden bei einem Wahlkampfauftritt in Wilmington, Delaware. (28. Juli 2020)
Wird er eine schwarze Frau zur Vize-Präsidentin machen? Joe Biden bei einem Wahlkampfauftritt in Wilmington, Delaware. (28. Juli 2020)
Keystone/Andrew Harnik
100 prominente schwarze Männer fordern genau das von Biden: Sean «Diddy» Combs ist einer davon.
100 prominente schwarze Männer fordern genau das von Biden: Sean «Diddy» Combs ist einer davon.
Keystone/Chris Pizzello
Es wird erwartet, dass er nur für eine Amtszeit zur Verfügung stehen würde.
Es wird erwartet, dass er nur für eine Amtszeit zur Verfügung stehen würde.
Keystone/Gerry Broome
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Ein offener Brief erhöht den Druck auf den designierten demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden vor der Bekanntgabe seiner Nominierung für das Amt der Vize-Präsidentin. In dem Schreiben fordern mehr als 100 prominente afroamerikanische Männer, Biden solle eine schwarze Frau als seine mögliche Stellvertreterin benennen. «Wenn Sie 2020 keine schwarze Frau auswählen, verlieren Sie die Wahl. Wir wollen nicht zwischen dem kleineren von zwei Übeln wählen und wir wollen nicht zwischen dem Teufel, den wir kennen und Teufel, den wir nicht kennen, stimmen, weil wir es satt haben, für Teufel zu stimmen – Punkt», heisst es in dem Schreiben, das am Montag im Medium «Atlanta Daily World» veröffentlicht wurde.

Zu den Unterzeichnern gehört unter anderem der Rapper und Schauspieler Sean «Diddy» Combs sowie Ben Crump, der Anwalt der Familie des Afroamerikaners George Floyd, dessen gewaltsamer Tod bei einem Polizeieinsatz Ende Mai landesweite Proteste ausgelöst hatte. Viel zu lange hätten schwarze Frauen alles für die demokratische Partei riskiert «ohne Anerkennung, ohne Respekt, ohne Sichtbarkeit», heisst es weiter. Es empöre die Unterzeichner, dass nun mögliche Kandidatinnen unrechtmässig öffentlich kritisiert und hinterfragt würden.

Kamala Harris und Susan Rice Favoritinnen

Biden hatte bereits Mitte März angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs eine Frau zur Vizepräsidentin zu machen. Infolge der landesweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt war der Druck auf Biden gewachsen, eine nicht-weisse Frau aus der Liste der potenziellen Kandidatinnen zu wählen. Zum Kreis der Favoritinnen zählen die US-Senatorin Kamala Harris sowie die damalige Nationale Sicherheitsberaterin von Barack Obama, Susan Rice, die beide schwarz sind. Doch werden unter anderem auch der weissen Senatorin Elizabeth Warren Chancen eingeräumt.

Bidens Entscheidung wird mit Spannung erwartet und könnte noch diese Woche anstehen. Wichtig ist sie deshalb, weil sie grossen Einfluss nicht nur auf die Wahlchancen haben dürfte, sondern auch auf die Zukunft des Landes. Bei Amtsantritt wäre Biden 78 Jahre alt. Es wird gemutmasst, dass er nur eine Amtszeit lang regieren könnte, sollte er die Wahl am 3. November gewinnen. Seine Vizepräsidentin könnte sich als Nachfolgerin in Position bringen.

SDA/chk

59 Kommentare
    Alan Capeder

    wen biden auch als running mate benennt, die wahl hat er heute schon verloren. was will amerika mit einem politischen zögerer, der von den demokraten mangels besserer kandidaturen nominiert wurde? da ziehe ich einen trump für die nächsten 4 jahre vor, zwar auch kein politsches highlight, aber bei ihm ist die wundertüte geöffnet und man kann hineinsehen. bei biden habe ich bedenken, dass in der noch geschlossenen wundertüte nichts drin ist.