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Glosse: Led Zeppelin vor GerichtAcht Minuten für die Ewigkeit

Am Song «Stairway to Heaven» klebte fast fünfzig Jahre lang der Makel des Plagiats. Aber jetzt ist Schluss, entschied das Oberste Gericht der USA.

Dürfen ihre Einnahmen behalten: Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page von Led Zeppelin.
Dürfen ihre Einnahmen behalten: Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page von Led Zeppelin.
Foto: Getty Images

Eigentlich hätte diese Klage ja längst vom Tisch sein sollen. Aber wenns um Millionen geht, dauerts eben länger, in diesem Fall knapp 50 Jahre. Die Rede ist von Led Zeppelins achtminütiger Rockballade «Stairway to Heaven» (1971). Dieser Song – genauer: das Gitarrenintro – sollen die Songwriter Robert Plant und Jimmy Page von der Band Spirit aus deren Song «Taurus» (1968) abgekupfert haben.

Traurig genug: «Taurus»-Songwriter Randy California fehlte angeblich zeitlebens das Geld, um eine Klage gegen Led Zeppelin einzureichen. Erst seine Nachlassverwalter begannen Prozesse anzustrengen, immer und immer wieder. Aber in dieser Woche hat das Oberste Gericht der USA entschieden, dass nun endgültig Schluss sei. Nachdem zuvor schon mehrere Gerichte zugunsten von Led Zeppelin entschieden hatten, nahm das Gericht eine erneute Klage der Nachlassverwalter nicht mehr an.

Hatte angeblich kein Geld, um zu klagen: Randy California von der Band Spirit.
Hatte angeblich kein Geld, um zu klagen: Randy California von der Band Spirit.
Foto: Randy California and Spirit

Fragt sich bloss, was das nun bedeutet: Ist es ein Sieg der Musikindustrie? Ein Triumph der künstlerischen Freiheit? Oder ein Freipass für musikalische Nachahmer und Langfinger? Schwierig zu sagen, es gab ja 2015 bereits den Fall von Robin Thickes «Blurred Lines», wo die Richter entschieden, dass dieser Song von Marvin Gayes «Got to Give It Up» geklaut sei. Eine Ersatzzahlung von 7,4 Millionen Dollar war fällig; weitere Plagiatsforderungen anderer Musiker folgten.

Was «Stairway to Heaven» betrifft: Der Led-Zeppelin-Hit dürfte bis heute schätzungsweise 600 Millionen Dollar eingespielt haben – und das, obwohl oder gerade weil der Song nie als Single veröffentlicht wurde. Dieses Geld dürfen Plant und Page nun offiziell behalten. Aber manchmal schlägt das Karma eben doch zurück.

Jimmy Page, der ein nobles Anwesen in London besitzt, bekam vor Jahren einen Star-Nachbarn namens Robbie Williams. Der wollte sich auf seinem Grundstück einen unterirdischen Pool bauen, Page war entsetzt und fürchtete um seine Villa. Es hagelte Beschwerden hüben und drüben. Worauf Williams sich auf spezielle Art rächte: Einerseits soll er Page mit überlauter Musik der einstigen Led-Zeppelin-Konkurrenz Black Sabbath und Deep Purple beschallt haben, andererseits sich mit Kissen und Perücke als angedickter Robert Plant verkleidet haben. Eine unbezahlbare Beleidigung.

4 Kommentare
    Spirit68

    Der Autor scheint von Tuten und Blasen keinen blassen Schimmer zu haben. Die Band hiess Spirit und der Song Taurus und nicht umgekehrt. Peinlich!