Zum Hauptinhalt springen

Baselland und Basel-StadtAbsolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe

Die Trockenheit ist so gross, dass der Kantonale Krisenstab ab Donnerstag die Waldbrandgefahrenstufe 4 ausgesprochen hat. Feuern im Wald und an Waldrändern ist selbst an offiziellen Feuerstellen verboten.

Mehr als ein Grillfeuer: Im August des Hitzejahrs 2018 wurden 25ster Holz bei Reigoldswil angezündet. Ein eigentlicher Waldbrand konnte verhindert werden.
Mehr als ein Grillfeuer: Im August des Hitzejahrs 2018 wurden 25ster Holz bei Reigoldswil angezündet. Ein eigentlicher Waldbrand konnte verhindert werden.
Foto: Leser-Reporter: Gerin Cherian

Am Mittwoch am frühen Nachmittag haben der Kantonale Krisenstab (KKS) im Baselbiet und wenig später der Basler Krisenstab die Waldbrandgefahrenstufe von 3 auf 4 erhöht und ein absolutes Feuerverbot im Wald und an Waldrändern ausgesprochen. Dies, weil es in den vergangenen Wochen wenig bis keine ergiebigen Niederschläge gegeben hat, wie der KKS mitteilt. Wie in den Vorjahren seien um diese Zeit die Wasserstände in Bächen und Flüssen tief und die Böden im Wald und sowie auf den Feldern sehr trocken.

Waldbrandgefahrenstufe 4 bedeutet, dass im Fall eins Brandes ein Übergreifen der Flammen auf Kronen von Einzelbäumen möglich ist, dass es zu Flugfeuer kommen kann und selbst die Humusschicht verbrennt. Die Bekämpfung eines Brandes wird dann für die Feuerwehr schwierig und aufwendig. Bereits Streichhölzer, Funkenflug eines Grillfeuers und Blitzschläge führen mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einem schnell ausbreitenden Feuer.

Kein Grill näher als 50 Meter zum Wald

Deshalb hat der KKS ab morgen Donnerstag verboten, im Wald und an Waldrändern Feuer zu entfachen. Als Mindestabstand zum Wald gilt 50 Meter, selbst für eingerichtete Feuerstellen sowie für selbst mitgebrachte Holz-/Kohle-Grills. Es ist verboten, brennende Zigaretten, andere Raucherwaren oder Streichhölzer wegzuwerfen. Bei starkem Wind ist im Freien generell nicht zu feuern (gefährlicher Funkenflug).

Feuerwerk und grillieren im Garten sind im Siedlungsgebiet nach wie vor nicht verboten. Der KKS mahnt aber gerade im Hinblick auf den Nationalfeiertag am 1. August zum vorsichtigen Umgang mit Feuerwerk. Der Abstand zum Wald müsse mindestens 200 Meter betragen. Das Steigenlassen von Himmelslaternen ist generell verboten. Basel-Stadt weist im Besonderen auf einen vorsichtigen Umgang in Park- und Grünanlagen hin – «mit Grillgeräten, Raketen, Luftheulern, Feuerwerksonnen, Vulkanen und anderem Feuerwerk». 200 Meter müsse der Abstand auch zu landwirtschaftlichen Kulturen betragen.

Einzelne Gemeinden im Baselbiet haben über die kantonalen Bestimmungen hinaus weitere, strengere Bestimmungen erlassen.

Stress für Fische

Nähere Angaben machen die beiden Krisenstäbe auch zum Zustand der Gewässer: Auf ein Badeverbot in Birs und Wiese könne vorläufig noch verzichtet werden, heisst es in Basel-Stadt. Ein freiwilliger Verzicht auf das Baden von Mensch und Tier in den tiefen Bereichen von Wiese und Birs helfe aber mit, die Stresssituation für Fische zu mildern.

Der Homburgerbach, der Eibach und der Bennwilerbach im Baselbiet mussten bereits ausgefischt werden. Weitere Ausfischungen im oberen Kantonsteil stehen an. Aufgrund der tiefen Grundwasserstände und dem fehlenden Niederschlag ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Tagen diverse weitere Gewässer teilweise oder ganz trockenfallen werden und Fische umgesiedelt werden müssen. Bewilligte Wasserentnahmen sind derzeit nur noch in der Birs und im Rhein möglich.

Speziell ausgebildete Zivilschützer fischten den Homburgerbach ab.
Speziell ausgebildete Zivilschützer fischten den Homburgerbach ab.
Bild: lha