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Als der Ball noch rollte7. April 2000: Ein Pfiff mit Folgen

Die Basler kommen beim späteren Meister St. Gallen nicht über ein 1:1 hinaus. Aber was wäre wohl passiert, wenn die letzte Aktion des Spiel nicht abgepfiffen worden wäre?

Nach dem Gewinn der Schweizer Meisterschaft wird St. Gallens Trainer Marcel Koller auf Händen getragen.
Nach dem Gewinn der Schweizer Meisterschaft wird St. Gallens Trainer Marcel Koller auf Händen getragen.
Keystone

Man kann sich in diesen Tagen, in denen es genug Zeit für Gedankenspiele gibt, ja durchaus mal fragen: Was wäre eigentlich passiert, wenn René Rogalla die letzte Aktion des Spiels zwischen dem FC Basel und dem FC St. Gallen am 7. April 2000 nicht abgepfiffen hätte?

Dann hätte Oliver Kreuzer in der 90. Minute nämlich das 2:1 für den FCB erzielt, und das Rennen um den Titel wäre möglicherweise noch mal spannend geworden. Wer weiss, vielleicht wären die Basler am Ende der Saison Meister geworden. Die St. Galler hingegen würden möglicherweise heute noch auf ihre erste Meisterschaft seit 1904 warten, und der Weg ihres damaligen Trainers, Marcel Koller, wäre eventuell anders verlaufen. Es ist ja zumindest vorstellbar, dass der 59-Jährige heute nicht FCB-Trainer wäre, wenn sein Team dieses Spiel damals verloren hätte.

Aber das alles ist Spekulation. Denn Schiedsrichter Rogalla hat die letzte Aktion des Spiels abgepfiffen, was nicht nur den vermeintlichen Torschützen Oliver Kreuzer auf die Palme brachte. Christian Gross passte den Unparteiischen im Stadion Espenmoos damals vor dessen Kabine ab und verlangte eine Erklärung, die Rogalla ihm allerdings kaum bieten konnte. Kreuzer sagte nach dem Spiel: «Als ich den Schiedsrichter fragte, wo ich Foul gespielt hätte, meinte er, ein anderer Spieler habe gegen die Regeln verstossen. Er konnte mir aber nicht sagen, wer.»

So blieb es nach den Toren von Sébastien Barberis und Ionel Gane beim 1:1. Und die Geschichte nahm ihren Lauf: Die St. Galler wurden vor Lausanne-Sport und dem FCB Meister, und Koller feierte seinen ersten grossen Erfolg als Trainer. Aber auch die Basler konnten in der ersten Saison unter Christian Gross zufrieden sein. Immerhin qualifizierte man sich als Dritter seit langer Zeit wieder für den Uefa-Cup.

FC St. Gallen – FC Basel 1:1 (1:1)

Espenmoos. – 11’300 Zuschauer (ausverkauft). – Tore: 17. Barberis 0:1. 43. Gane 1:1.

St. Gallen: Stiel; Zellweger, Zwyssig, Mazzarelli, Dal Santo; Winkler (71. Müller), Guido (82. Imhof), Jairo, Colacino (82. Eugster); Amoah, Gane.

Basel: Zuberbühler; Kreuzer; Knez, Yakin; Barberis, Cantaluppi, Savic (71. Häberli); Huggel, Kehrli; N'Tiamoah (62. Tholot), Koumantarakis.

Die Super League ruht – aber nicht bei der BaZ. Wir blicken jeden Tag auf die Begegnung eines Basler Vereins am entsprechenden Datum zurück. So lange, bis der Ball endlich wieder rollt.